Die Bünde verstärken die Besazung im Veltlin. 49
die Besazung bei der St. Peterskirche unterhalb Casio und bei der 1610.Brücke von Mantello (an beiden Orten waren Wall und Graben ge-zogen worden» zu verstärken. Früher bestand die Besazung aus sechzigMann, ich vermehrte selbe auf hundert und sorgte, wie ich es ver-mochte, in jeder Weise für die Sicherheit des Plazes.
Im folgenden Jahre 1611 (Pascha! verlegt in der Geschichteseiner Gesandtschaft die Sache in das Jahr 1610) fanden unter Ver-mittlung von Joh. Schorsch, Ammann im Rheinwald, welcher behufsLoskaufes gewisser Zölle von den Trivultiern, nach Mailand gegangenwar, mit Juan Fernando Velasco, Connetable von Castilien undStatthalter zu Mailand, Verhandlungen über die Schleifung der BesteFuentes und Abschluß eines spanischen Bündnisses statt. Die Sachewurde hauptsächlich von Alfons Casati, Gesandten Spaniens bei denEidgenossen betrieben, welcher hiebci sich der Dienste eines Geistlichen,Ferdinand de Amicis, bediente, der während eines früheren Aufent-haltes im Mi'ox mit dem gedachten Johann Schorsch sich befreundethatte. Pa'chal erzählt, er hätte die ganze Angelegenheit HerrnJoh. Luzius Gugelberg v. Moos und Albert Salis (obschon er ineinem, 1618 geschriebenen, Briefe an seinen Freund Johann Paul,Dollmetsch, nur Albert Salis erwähnt) mitgetheilt, sowie von ihrder Königin und dem Regenten Kenntniß gegeben.
Sicher aber ist es, daß Johann Schorsch zweimal nach Mailandreiste und die Grundbedingungen des Bündnisses ausgestellt wurden.Pascha! sagt ferner, er hätte sie verworfen und sei conseguent darausbestanden, daß man sich einzig au die Verträge des Jahres 1531halte. Diejenige», welche die Handlungsweise Paschals währendseiner lezten Zeit tadeln, behaupten, er berufe sich hiebet aus zweiZeugen, welche beide verstorben seien und da es sich ferner in dieserSache um dar Wohl oder das Wehe der ganzen Republik gehandelthabe, sei es se.ne Pflicht gewesen, die ordentlichen Behörden davon inKenntniß zu erhalten und nicht so versteckt zu Werke zu gehen. Siefügen leztlich roch hinzu, Pascha! habe dadurch, daß er lebhaft Venedigentgegen arbeitete, die Freundschaft der spanischen Parthei gesucht unddadurch seinen Könige schlecht gedient. Mögen Andere darüber ur-
^ Dieser Ferdinand de Anüc''s war mit einem anderen Geistlichen,
Giov. Antonio Seoto, von Cardinal sdeder. Borromco, Erzbischof zuMailand, als Pfarrer in'S Misop gesandt worden, wo Beide dein <Ac-rncht zufolge tie spanischen Interessen beförderten. Zusaz des Vers.
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