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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Venedig sucht nochmals die Erneuerung des Bündnisses. 53

rechtfertigen vermochten. Die Evangelischen verlangten Mitbesiz an >6l3den Gotteshäusern, indem selbe von den gemeinschaftlichen Vorfahrenfür sich und ihre Nachkommen in Erfüllung ihrer Gelübde und ohneUnterschied dieser oder jener Glanbenssckte gestiftet worden seien. DieKatholiken dagegen nahmen, die Kirchen ausschließlich für ihren Cultusin Anspruch.

Zu Trumms kam es Folge dessen am 7. Mai fast zum Hand-gemenge. Auch hier wurden die Anstünde durch den Gesandten Paschalund zwar in dessen Wohnung beigelegt.

Zu Ausgang des Jahres 1613 kam Gregorio Barbadigo, einvenetianischer Nobile, früher Gesandter beim Herzog von Savoyen,nach Cur. Ihm folgte nach wenigen Tage» Pietro Contareno, zumGesandten nach Frankreich bestimmt. Lczterer hielt sich übrigens nurzwei Tage zu Cur auf und sezte Paschal'n von seinem Vorhabe» inKenntniß. Anfangs, als Barbadigo davon sprach, daß er nach Eng-land reise, wurde er höflich von Paschal aufgenommen. Es schreibtdieser, daß er in vertrautem Zwiegespräch mit Barbadigo kein Hehldaraus gemacht, wie es gänzlich und zwar aus zweierlei Gründen inder Macht und Willkür des Königs von Frankreich liege den Vene-tianern die rätischen Alpen zu öffnen. Es vermöge dieses der Königerstlich kraft des Bündnisses, von welchem ein Artikel ihm die Befug-nis; einräume, den Trnppendnrchpaß auch für Freunde in Anspruch zunehmen; dann aber wieder in Folge der besondern Gunst und desAnsehens, in welchem Er seit mehr als einem Jahrhundert bei denBünden stehe. Er habe selbst noch hinzugefügt, wenn die Venetianersich der Fürbitte des Königs zu bedienen gedächten, werde er der Sachenichts in den Weg legen. Barbadigo sagte ihm hiefür höflichen Dankund sezte durch einen Boten die Venetianer davon in Kenntniß, theiltedann auch ihre Antwort, sie wünschten dringend, daß er das Bündnißunterstüze, dem Paschal mit. Viele Büuduer aber erklärten dem Bar-badigo rund heraus, wenn die Republik Venedig irgend etwas verlange,habe sie von sich aus und unabhängig zu handeln.

Dem Gesandten Barbadigo selbst hielt man einen Beitag zu Cur,wo er eine glänzende Rede über die Früchte einer Verbindung derbeiden Republiken hielt und auch seiner Reise nach England, welcheer jedoch, der vorgerückten Jahreszeit wegen, verschob, erwähnte.

Die Häupter und auch Andere wollten auf Eingebung Paschal'sihn abhalten, öffentliche Schmäuse zu geben. Am 21. Januar 1614