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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Unzufriedenheit ini Veltlin.

1612. nämlichen Bundstag wurde die Schenkung oder richtiger Verkauf ge-wisser Rechte an der Kirche unserer l. Frau in Tirano, zu Gunstender Mönche von St. Georgs si, Venedig widerrufen. Mau sagtesich nämlich, daß an dem bewußten Orte ein neues Kloster erbaut undmit auswärtigen Mönchen besezt werden sollte, was freilich mit denDekreten der herrschenden Lande in vollkommenem Widersprüche stand.

Als der Beschluß über die Ausweisung der Jesuiten am 24. Augustim Veltlin publizirt wurde und demselben die fernere Bestimmung sichbeigefügt fand, daß keine von den Unterthanen ihre Söhne den Jesuitenzur Erziehung übergeben dürsten (von Lezterem stand man übrigens balddarauf ab), erhob sich große Unzufriedenheit, namentlich unter der vor-nehmem Classe im Veltlin und es fand an einem ganz ungewöhnliche»Orte eine Versammlung statt, in welcher der Canzler der Thalschaft,Paul Quadrio, über Verschiedenes sich äußerte. So hätten ihm, sagteer, Einige gerathen, die kathol. Glaubensgenossen in den Bünden zuHülfe zu rufe» und a» der Versammlung Theil nehmen zu lassen, undwenn dann auch bei ihnen keine Hülfe zu finden, sich zu diesem Behufean auswärtige Fürsten zu wenden. Andere wieder bedienten sich auf-rührerischer Worte anderer Art. Der Canzler, zu Worms verhaftet,wollte sich damit entschuldigen, er hätte unter auswärtigen Fürsten,lediglich die mit den Bündnern Verbündeten verstanden. Ueber dieganze Angelegenheit wurde ein Strafgericht zu Cur niedergesezt. Jn-zwischengelaug es dem Canzler aus seiner Hast zu Sondrio zu ent-weichen. Man verbannte ihn darauf und den Andern, welche darumeinkamen, wurde Verzeihung zu Theil.

Im Anfange des nämlichen Jahres 1612 fand die Einführungdes evangelischen Glaubens zn Untervaz, in den vier Dörfern statt.Knaben und Weiber der Widerpart hatten dem Prediger, Johannv. Porta, den Bart ausgerauft und anderweitiges Gespött mit ihmgetrieben. Schon war ein Specialgericht zn Cur aufgestellt und mitder Erecution des Urtheilspruches achthundert Bewaffnete unter Job.Luzi Gugelbcrg v. Moos beauftragt worden, als es der InterventionPaschal's gelang ein Einverständuiß zu Wege zu bringen, das vonihm und Andern, welche in der Sache geurtheilt hatten, auf Ver-langen beider Partheien mitunterschrieben wurde.

Religionsstreitigkeiten zu Zizers 1013 und zu Trimmis einJahr später erregten mehr Bcsvrgniß als sie durch ihre Folgen zu

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