Reislaufen in venetianische Dienste.
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Erzherzogs Ferdinand von Oesterreich und find gewöhnt von Raub 161und Plünderung zu leben. Venedig war es, welches gegen ihrePiraterei zu Felde zog. Von Freunden empfohlen, begaben sich dreiBündner: Conradin Planta, Wolfgang v. Juvalta, beide aus demEngadin und Carl« Marca von Misvx »ach Bergamo, wo ne mit demGrafen Francisco Martinengo über Werbung bündncrischer Truppenk zum Dienste Venedigs unterhandelten. * Thätig und gewandt in derder Sache sandten sie sofort in Abtheilungen ihr Volk dahin unds Marca war der Erste der eine ansehnliche Zahl marschfertig hatte.
Zu Cnr aber versammelten sich die Häupter und verboten es beischwerer Strafe bündnerische Truppen zu werben oder dergleichen ohneöffentliche Erlaubniß in fremden Dienst zu führen. Gueffier, ausdessen Eingebung dieses gescheben sein soll, lobte die Thätigkeit derHäupter; auch die österreichische Parthei klatschte Beifall. Die bünd-nerische Jugend aber und auch viele Eidgenossen, welche bei dem be-vorstehenden Winter lieber in den lauen italienische» Lüften, als imSchnee leben wollten, strömten dessenungeachtet zahlreich »ach den be-nachbarten Städten des vcnetianischen Gebietes.
Damals 2 kam der Secretär Joh. Bapt. Padavi», welcher imJähre 1603 das Bündniß Namens der Republik Venedig mit den
> Bünden geschlossen hatte, ein Mann, dessen treffliche Eigenschaften
> ihn Jedermann werth und angenehm machten, in's Land. Er bat um, Truppen und den Durchpaß. Von dem öffentlichen Abschluß einesf Bündnisses aber erwähnte er mit keinem Worte. Und als ihn dann^ Freunde aufforderen, lieber um ein Bündniß, das beider Staaten
würdiger sei, nachzusuchen, erwiederte er, Venedig werde dermalen beider Ungunst des Königs von Frankreich keine Schritte zu diesem Endeeinleiten.
Inzwischen sandte der Kaiser zuerst Paul Tschitscher, österreichischenRentmeister zn Fcldkirch, dann den Grafen Caspar v. Hohenems nach, Cnr, welche abwechselnd den bündnerische» Bnndstag ermähnten den! Venetianern weder den Durchpaß noch die Werbung zu gestatten, in-dem dieß der Erbeinigung wiederstreite. Und doch beschlng dieselbef nur die Grafschaft Tirol und die vier Herrschaften diesseits des Ari-f bergs. Auch Alfons Casati, der spanische Gesandte, ermähnte aml -—
! > Siehe v. Juvall's Denkwürdigkeiten S. 42.
2 Eingehenden Februars 1615. Anhörn Graub. Krieg.