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Strafgericht zu Eur.
>6. seiner Durchreise von Mailand in die Eidgenossenschaft, die Bündnerauf einem Beitag, dessen Kosten er aus seiner Tasche bezahlte, zurVerweigerung des Durchpasses und der Werbung, wie er denn auchüberhaupt dringend vor der Freundschaft mit Venedig warnte.
Auf Padavin war bald darauf ein anderer venetianischcr Secrctär,Agostino Dolce erschienen, der zu den evangelischen Eidgenossen gehensollte, und kurz nachher auch abreiste. Gleichzeitig mit Padavin warderselbe vor den Bnndstag getreten. ^ Ersterer ließ sich nun überden Zweck seiner Sendung vernehmen und verlangte die Bewilligungdes Durchpasses und der Werbung. Venedig, sagte er, werde mitKrieg bedroht und durch Gestaltung des Verlangten, beschützten dieBündner gleichzeitig auch ihre eigenen Landslente, deren über zehn-tausend auf venctianischem Gebiete sich aushielten. Aber Angesichtsder gewöhnliche» Hindernisse drangen auch dießmal die Gesandtennicht durch. ^ Padavin reiste bald darauf nach Zürich ab und kehrtevon dort in kurzer Zeit wieder nach Hanse zurück.
Die Zahl der dem venetianischen Dienste zulaufenden, theils in-ländischen, theils auswärtigen Kriegsknechte wuchs von Tag zu Tag.Bündncrische Anhänger Venedigs führten sie auf »»besuchten, kaumzugänglichen Pfaden über das Hochgebirge und umgingen auf dieserWeise die zur Verhinderung des Neislaufens aufgestellten Wachen.
Im September 1610 wurde ein Strafgericht aus fünfzehn Glie-dern, deren Präsident Gregorius Meyer, Stadlrichter zu Cur war,um gegen die Fchlbaren einzuschreiten, ausgestellt. Doch vertagte sichdas Gericht dann wieder bis in den November, wo Hauptlente undFührer vorgeladen wurden. Man sandte sogar den Amtsweibel desobern Bundes in seiner Amtstracht und den Jnsignien seiner Würde,
3 Am 9. März 1616. Die Kosten des BeitagS bezahlte Venedia.Anhörn Gr. Krieg I. Kap. 1.
4 Die Gerichte Tusis, Heinzenbcrg, Schams, Schiert- und Küblisballe Venedig für sich. Die übrigen beschlossen und verboten „bei vcr-lierung von leib, leben, ehr vnd gutt- gen Venedig zu ziehen vnd welchegen Venedig gezogen sengend, die sollind bis, a»ff Fugenden Aprelenwiderumb heim kommen. Wo das »it bcschäche, sollind sie das Vatter-land verwürkt haben vnd soll man weid vnd kind nachschicken." DiesesVerbot wurde eben so wirkungslos Ende Mai desselben Jahres wieder-holt. Ja, bald daraus, am 26. September, zogen 100 Davoser und-Prättigäuer Venedig zu. Auf Abmahnen sagten sie: „das svge spanischBerbott und darum lygend sie es nit schuldig zu halten. Anhörn a. a. L.