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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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60 Das vorgeschlagene Bündniß mit Venedig.

16t7. mehr Nachdruck theilte dann Padavin die Aufträge seiner Regierungmit und bat um die Erlaubniß, die einzelnen Gerichte, als den eigent-lichen Souverän, darum angeben zu dürfen, wobei er noch am Schlüsseseiner Rede bemerkte, Frankreich würde sich diesem Vorgehen keines-wegs widersezen. Fast alle damals zu Jlanz zur Wahl der Amtsleutein den Unterthanenlanden versammelten Boten wandten vor, in dieserFrage ohne Aufträge der Ihrigen zu sein und so wurde die Erlaub-niß, sich an die einzelnen Gerichte zu wenden, weder ertheilt noch ver-weigert.

Zuvorderst erschien nun Padavin in Begleitung der beiden Zürcherin dem Hochgerichte der Grub, wo er wie in vielen andern Gerichtendie Zustimmung erhielt.

Der französische Gesandte Gueffier, unwillig darüber, daß Padavinbehauptete, es hätte Frankreich seine Zustimmung gegeben, protestirtehiegegen durch die beiden königliche» Dollmetsche, Anton Molina undJohann Paul, in verschiedenen Gemeinden, mit der Ermahnung, sichin dieser Sache nicht allzusehr zu beeilen.

Die einzelnen Artikel waren nunmehr bedeutend vortbeilhaster fürdie Bündner; für Venedig die nämlichen wie im früheren Bündnis;,wenn man diese Unierscheidung bei der Fortsezung des alten Verhält-nisses brauchen will.

Die jährliche Pension für jeden Bund, welche früher zwölfhundertGoldgulde» betrug, wurde nunmehr auf achtzehnhundert erhöht, dieZahl der Musketen früher nur sechzig, jezt auf bundertundsünfzig..Uebcrdieß gab die Republik Venedig den Bündner» die Zusicherung,im Falle der Noth und wenn die Mehrheit des Bundstags es fürnöthig erachtete, auf ihre Kosten zehn, fünfzehn, auch wohl achtzehnCompagnien unterhalten zu wollen und versprach zugleich auch nochanderweitige Hülfe. Die Dauer des Bündnisses sollte auf zwanzigJahre festgesezt werden Uebrigens wurde jedem Gerichte der ihm aufdiese Art zutreffende Geldantheil so vollständig ausbezahlt, als ob nie-mals eine Unterbrechung des Bündnisses stattgehabt hätte, auch Ge-schenke anderer Art »och hinzugefügt.

Im grauen Bunde stimmten mit Ausnahme der Gerichte Disentis,Obervaz, Schleuis, der Herrschaft Räzüns und Untermisoxb, alleUebrigen zum Abschluß des Bündnisses, so daß Padavin hier von

s Das Gericht Noveredo oder wie der deutsche Name hieß, Nuffle.