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Der Prozeß zu Tusis gegen Zambra.
>8. der Brief mit den Worten: „Wir ober müssen so handeln, wie es sichmit der Ehre und der Würde unseres Vaterlandes verträgt."
Auch wurde ein von der Hand Rudolf Planta's beschriebenesBlättche» Papier gefunden, welches sechstausend Goldgulden erwähnte,die Pascha! zur Verhinderung des venetianischen Bündnisses veraus-gaben sollte. Auf dem nämlichen Blättchen verlangte Planta selbsteine Pension von jährlich zweitausendzweihundert Franken, um sienach Gutdünken an gewisse, namhaft zu machende Personen zu ver-theilen. Auch ging leztlich hervor, daß Pompejus mit dreihundertGoldgulden ein für allemal und zweihundert Franken jährlich, alsHonorar für die Verhinderung des venetianischen Bündnisses sich nichtzufrieden geben wollte.
Zuerst wurde gegen Zambra die Klage instruirt. Da dieser vonsich aus nichts gestehen wollte und auf die im Jabre 1608 durch dasStrafgericht zu Jlanz erlangte Lossprechnng sich berief, wurde er trozseiner siebenzig Jahre und heftigen gichterischen Leiden einer schwerenTortur unterworfen. Er war vorzüglich in der Angelegenheit der BesteFuentes und der Mailändischan Kapitulation verdächtig und sein SohnFabius hatte Rudolf Planta's Schwester zur Frau. Dreimal gefoltertläugnete er standhaft. Doch kam folgender Umstand dazu. Eine Brc-gellerin, Namens Anna, welche in erster Ehe den Schulmeister JosephStelln und später einen Schamser gebeiratkct hatte, erzählte diesem,daß eine der Töchter Zambra's einst das Tbozzo eines Briefes, deran eine» vornehme» Mann gerichtet war, in die Schule gebracht habe.Dort sei das Papier liegen geblieben und von ihnen in Verwahrunggenommen worden. Später dann, als Zambra's Frau den Nachlaßvon hundert Gulden, welche sie schuldeten, für Erstattung dieses Brief-sbozzos in Aussicht stellte, hätten sie dasselbe zurückgegeben. So, undnicht anders habe die Sache sich verhalten. Nachdem abar Zambra zuJlanz losgesprochen worden, habe man jene fl. 100 ihnen von Neuemabverlangt. ' '
Das Weib wurde nun vorgcfordert und Zambra gegenüber gestellt.Lezterer gerieth in Verwirrung und abermals gefoltert, gestand erunter Anderem Folgendes. Als im Jahre 1603 der Bundstag zuDavos wegen Abschluß des venetianischen Bündnisses abgehaltenworden, habe er sich demselben, Auftrags seines Gerichts widersezt.Ebendahin sei vom Statthalter zu Mailand, Job. Bapt. Sacco, nach