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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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85
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Der Untergang des Fleckens PlmS. 8S

kommen waren, (denn die am oberen Theile deS Berge» gelegenenWiesen pflegten bewässert zu werden und um den regelmäßigen Abflußdes Wassers kümmerte man sich nicht sehr), gaben die Plurser nichtAcht darauf und dieß um so weniger, als die fragliche Stelle unter-halb der Stadt, gegen Cläven zu lag. Wer übrigens zu jener Stundedort mit Heuen beschäftigt war, fühlte die Erde unter seinen Füßenzittern. Zudem mahnten einige Bauern von Roncaglia die Plurserdringend ihre Stadt zu verlassen, da ein großes Unheil bevorstehe.Einer, welcher von Plurs mit Lavezsteinen kam, zeigte mir, der ichdamals das Kommissariat zu Cläven bekleidete, das Nämliche an. Umdie Stunde des Ave Maria befanden sich die Katholiken in der KircheSt. Cassian, wo sie das Gebet versammelt hatte. Auch die Evange-lischen, deren es zu Plurs und Schilano ungefähr 40 Personen gab,waren zu dem nämlichen Zwecke in einem Hause zusammengekommen.So meldeten mir einige von Roncaglia, welche um jene Stunde vonPlurs heimkehrend, den Ort verlassen hatten. In der Dämmerungselbst dann, während der Himmel im Lichte der halben Mondscheibewolkenlos glänzte, stürzte der Berg Conti mit höchster Gewalt undKrachen in einem Augenblicke (so berichtete ein Weib, das auf derrechten Seite der Maira, auf einem benachbarten Berge sich befand)in's Thal hernieder. Der Donner tönte uns zu Cläven ähnlich derExplosion vieler großer Geschüze in die Ohren. So wurden das DorfSchilano, das achtundsiebenzig und das Städtchen Plurs, welcherhundertfünfundzwanzig Häuser zählte mit neunhundertdreißig Per-sonen verjchüttet. Als ich zu Cläven Las Krachen des Bergstürze»vernahm, sah ich, das Antliz gegen Plurs gewandt den Rauch mitSchwefel und Feuer vermengt, gen Himmel steigen. Obschon Clävenmehr als eine halbe Stunde von Plurs entfernt liegt wurde dennochmein Hut von dem aufgewirbelten Staub bedeckt.

Die Gewalt des Sturzes aber war so groß, daß der Thurm derKirche St. Maria, wo die Evangelischen ihren Gottesdienst zu haltenpflegten von dem jenseitigen oder linken Ufer der Maira durch dieLuft auf den rechten geschleudert wurde. Merkwürdig genug bliebdabei eine Glocke ganz, während man die Trümmer und Stücke der-jenigen der Thürme zu St. .Cassian und St. Johann später aufge-funden hat. Eine Marmortafel mit dem eingehauenen Wappen desHieronymus Lnmaga, welche über der Thüre seines auf dem rechtenMairaufer gelegenen Hauses, befestigt war, wurde durch die Gewalt