134 Calanca und das untere Misop unterwerfen sich.
1620. auf ihrem Wege aufzuhalten versucht, vorgebend, es sei garnicht nöthig, daß sie nach Misor zögen. Auch die Disentiser, Lugnezerund Obersarer im obern Bunde regten sich nicht. Die von der Grubbefanden sich zwar in Waffen, aber erachteten sich selbst für nicht allzu-ficher von ihren Nachbarn. Von den im Rheinwalde befindlichen Fähn-lein verfolgt, machten die Calancer und Bandirten unweit St. Vittorea» einem ziemlich sicheren Plaze Halt und schickten sich zum Wider-stände an. Hiebe! kam es zu einem Geplänkel, in welchem einigeCalancer und Andere, welche mit ihnen hielten, verwundet wurden,darunter Martin Biconda. Bald darauf räumten sie das ganze Thal,worauf der Einwoknerschaft, die von Calanca mit einbegriffen, nichtsanders übrig blieb, als bei den bllndnerischen Truppe» um Gnade zubitten, die ihnen denn anch zu Theil wurde. Es war am nämliche»t9.F„l. Sonntage, den 19. Juli, wo im Veltlin das Blutbad begann, als sieauf die vorgesagten Worte Gulcr's des Acltern, welcher dieObcranführung hatte, den Bundsbrief beschworen und sich anbeischigmachten künftig ohne Auftrag der drei Bünde niemals wieder dieWaffen zu erheben oder Bandirte bei sich aufzunehmen. Leztere gingenmit dem fremden geworbenen Volke auf Bellen; zu. Der bündnerischeHeerhaufen aber schrieb an den eidgenössischen Landvogt zn Bellen;und beklagte sich, daß er den Bandirten Unterschlauf und fremdemKriegSvolk den Dnrchpaß gestatte. Es entschuldigte sich derselbe abermit Unwissenheit und fügte hinzu, daß auch die Bündner in ihremHeere Holländer hätten. Diese Anschuldigung war jedoch ebeuso falschals lächerlich und von Robustello und seinen Genossen dem VeltliuerVolke in der Weise vorgespiegelt worden, daß eine große Anzahl Hof-länder in den Bünden verborgen gehalten werde, um an einem be-stimmten Tage (man sagte Marientag im August) alle Katholikenniedorzumozeln.
Gleichzeitig beschloß man auch in das Unterengadi» eine Besazungzu legen, worauf die Oberengadiner bis Zernez hinab gejandt wurden.Eine Compagnie Davoser und die von Klosters, Castels im Prätti-gau, und Schanfigg kamen bis Süs und Lavin. Auf der andernSeite wurden nach Nauders und Glurns Munition und Waffenvon den Oesterreichern gesandt. Auch das Steiger'sche Kriegsvolkwurde gemustert. Als aber Planta und die Seinigen sahen, daß das.Engadiu Besazung erhielt und die evangelischen Orte Zürich undBern, die in Gemäßheit des Bündnisses geforderte Hülfe zu losten.