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Mord zu Tirano.
1620. Jener es ungern herzugeben schien, wurde er von Marinoni sofortt9.J„l.niedergestoßen. Der Podest» selbst wurde einige Zeit lang im Hausedes Doctors Francesco bewacht, dann wieder in die Gefängnisse derPokestaterei zurückgeschleppt und dort sammt den Dienern von JacobTorello und Andern durch Flintenschüsse getödet.
Dem Vernehmen nach soll es nicht die geringste Ursache seinesTodes gewesen sein, daß er gegen Pompejns Planta als Zeuge auf-trat, — doch soll er einige Stunden lang sich ordentlich vertheidigthaben. Ich. Anton Gallo, ein Bnchsenschmid von Gordona, aufBester Gebiet, wegen des protestantischen Glaubens ausgewiesen,tödete den oberwähnten Ambrosio Baruffini, als derselbe in sein Hauseindringen wollte. Ueber zwei Tage lang wagte darauf Niemanddieser Wohnung sich zu nähern. Er selbst floh in der Nacht darauf,wurde aber von Müdigkeit und Schlaf überwältigt im Felde gefundenund getödet. ^ Zu Tirano wurden ungefähr sechzig Personen männ-lichen Geschlechts umgebracht. Fünf vermochten zu entkommen, derKanzler Gandenz v. Salis, Rigett v. Capaul, des Podestü's Sohn,Jacob Albertini, Doctor beider Rechte (während zwei katholischeBauern zu Bianzona, ein gewisser Mejo und Chiapatino, sich darüberstritten, wer von ihnen sein Gewehr haben sollte, gelang es ihm denLeztern mit der nämlichen Flinte zu erschießen), Jacob Näf von Curund Aegidins Venosta, welche sämmtlich über das unwegsame Gebirgeentflohen.
Nachdem die Mordsncht zu Tirano gestillt worden, begaben sichViele nach Teglio. Hier hatte Attio Besta nach Beendigung derMesse zum Volke gesprochen und ihm mitgetheilt, eS wäre der Beschlußder Evangelischen gewesen im Monat August alle Katholiken nieder-zumachen, zu welchem Zwecke sie holländische Soldaten im Lande verborgen hielten. Er (Besta) aber und andere einflußreiche Männer imVeltlin hätten jedoch beschlossen, dieser Gefahr zuvorzukommen undbereits seien von Ritter Jacob Robustello und den Seinen alle Evan-gelischen männliche» Geschlechts zu Tirano getödet worden. Daher er-mähne er sie die Waffen zu ergreifen, zur Kirche, wo die Protestanten
4 Man band ihn an einen Baum und schoß ihn nieder. Dem AntonNicolai, einem Bündner, schnincn sie die Nase ab, stachen ibm die Nngeuaus und warfen ihn dann auf die Straße. S. Ansfnhrl. ombstcndtlichcund warkaffie Beschreibung der- Veltlincr Mords. Zürich, kl. wo»och viele Einzclnheiten zu sinken sind.