152
Mord zu Sondrio.
1620. Haud gab. Dann führte man ib» unter dem Geschrei AlerinS!
21 Jul. AlerinS! (der wahre AlerinS war inzwischen mit Georg Jenatsch,Carl v. Salis, David Tscharuer »ud den Andern über das Gebirgein's Engadin entflohen) durch die Straßen der Stadt: znlezt schnittman ihm Nase und Kinnbacken ab und tödete ihn dann vollends.Theophil de Monachis, genannt de Mnffinis, erhielt einen Schußund als er nicht sofort daran starb, entzündete man eine mit Schieß-pnlver gefüllte Büchse auf seinem Gesichte und erstickte ihn auf dieseWeise. Den FranceSeo Carolino, welcher den Mönchsorden verlassenund protestantischer Geistlicher geworden war, zwang man znm Wider-ruf und führte ihn gefangen nach Mailand, von wo eS ihm im Jahre1622 zu entweichen gelang.
Paula Baretta von Schio aus der Gegend von Vicenza, aufVenetianer Gebiet, von edler Familie, früher Nonne nnd nnnmchrdem evangelischen Glauben zugethan, wurde, eine Mnze mit gemaltenTeufeln aus dem Kopf, znm Gespött in Sondrio herumgeführt, imKoth herumgezogen nnd als sie von ihrer Glaubensüberzengnng nichtlassen wollte, im Jahre 1621 zu Mailand lebendig verbrannt. Chri-stina Ambria, Magdalena Mernla, sowie Joh. Caratto wurden vonder Brücke zu Boffetto in die Adda geworfen. In der GemeindeSondrio fanden überhaupt ungefähr hnndertnndvierzig Personen,worunter zwanzig Weiber, ihre» Tod. Viele verbargen sich in Berg-hohlen nnd nährten sich von Wurzeln, doch kamen manche vor Hungeruni. Bei Anblick des blntbesprengken PlazeS vor der Kirche der heil.Gervasins und ProtasinS, schrie das Volk, „da-S ist die Rache für dasBlut unseres ErzpriesterS."
Am Dienstag wurde zu Cajolo Fanstina v. SaliS, Philipp Liuri'SEhefrau mit zwei Söhnen, einem Töchterchen und der Sara Pcstalozziermordet. Johann Stephan Moroni von Castione war mit seinemSohne i» das Marimeithal geflohen, wo sie ebenfalls ibren Tod fanden.Stephan'S Bruder, Carl, der vor einigen Jahren seinen Glauben ge-ändert hatte, gestand, willens gewesen zu sein, Hand an sich selbst zulegen. Dieser nämliche Carl wurde übrigens bei Vertbeilnng der Bentevon Doctor Steph. Pyrario, einem Katholiken, umgebracht. Zu Ci-draSeo fand der einzige Evangelische, welcher dort wohnte, seinen Tod.
Am 22. Juli sandte Johann Gniceiardi an Bartholomeo Porettozu Berbenno Briefe, in welchen er ihn ermähnte alle Evangelischendaselbst ohne Unterschied der Person niederzumachen. Poretto, obgleich