174 Zweizüngige Politik dos franz. Gesandten.
1620. und katholischen Priester» beabsichtigten, zu feiern. Und weil dermalender größte Theil der kezerischen Bündner sich im Veltlin befindet, sokönnen die Katholiken, die man hiezn ermähnen ninß, dieselben leichtumbringen und die Gegend ein für allemal von dieser Pest befreien.Die Sache erfordert die größte Genauigkeit, Schnelligkeit, Ordnung undEntschlossenheit." Der andere Brief war von dem Gesandten Gnefsierund von Solothur» aus an den Abt gerichtet und trug das Datumdes 31. August 1620. Gnefsier schrieb unter Andern«, es herrschedas bestimmteste Gerücht, daß wenn die katholischen Bündner in'sVeltlin zögen, sie von den Kezern sammt und sonders umgebrachtwürden; und wenn die Bündner die Zürcher und Beiner nicht wiederbeimsendeten, komme man in den bündncrischen Angelegenheiten zukeinem Ziele. Leztlich beklagte er sich, daß die katholischen Orte ihrerZusage entgegen, den Evangelischen den Durchpaß gestattet hätten. "Doch ich kehre wieder zum Veltlin zurück. Als es im Lager zuTrahona bekannt wurde, daß Sondrio von den Bündner» einge-nommen worden, übertrug man die Hut der Sguadcr Trahona denOberbündnern und einigen Compagnien des Gottshausbundes. DieEurer, Fürstenauer und Ortensteincr, so wie die Schierser, zogen5. Aug. Mittwochs den 5. August auf Sondrio zu. Zn Ardenn wurdebeim Durchzug der Mannschaft gegen den Willen der Führer andas Haus Benedicts Pararicini Feuer gelegt und sowohl dasselbe,als einige andere benachbarte theilweise dadurch verwüstet, jedochnicht gänzlich niedergebrannt. Am nämlichen Orte wurden dafür dreiTage später neun Schierser, welche den Ihrigen auf Sondrio zu »ach-
^ Noch fügte er hinzu, die Bündner hätten von feiner aklcrchrist-lichste» Majestät weder Hülfe noch llnterstüznng zu gewärtigen, so langeZürcher und Beiner Truppe» i» ihrem Lande sich aushielte»; er wünschte,daß diejenige», welche in den Bünden die Gewalt in Händen hätten,hieven Kenntniß »ahmen, auch hätte er eS den katholischen Orten unddem Hauptmann Rudolf v. Schauenstein bereits erklärt. Wenn fernerdie Fähnlein deS obern Bundes nur einige Tage lang z» Jlanz bleibenwollten, so würde» sie sofort mit Truppen und Geld niiterstüzt werden.Verbänden sie sich aber mit den Evangelischen um gemeinsam in's Veltlineinzurücken, so geschehe es zu ihrem unanSbleiblichen Verderbe», dennZürich und Bern machte» kein Hehl aus idrer Absicht, die katholischenBündner mit Güte oder Gewalt in's Veltlin zn schleppen, damit siedort umkämen und sie sich selbst zu Herr» der Gegend machen konnten.
Znsaz deS Vers.