Neue Machinationen der bnndnerischcu Bandirten. 173
zwar im Begleitung des Land. Anten Schmid aus dem Schanfigg.Und im der That waren daraufhin, auf ihrem Zuge in's Lager, dievon D isentis bis in's Lugnez und ein Theil der Lngnezer bis i» dasSt. Petersthal gelangt, dann aber durch einige bandirte Bnndnervom weiter» Vordringen abgemahnt worden. Diese, die Bandirtennämlich, welche, wie oben bemerkt, aus den, Misorerthal vertriebenworden waren, hatten sich dort wieder einzuschlcichcn gewußt, — undes war. zu Noveredo der Hanptman» ValenS Nagazzini, 22 von einemihrer Soldknechte, Johann Domenico, umgebracht worden. JohannAnton Giori schrieb am 1. August an die Lngnezer, es seien zwarallerdings die Bündner Truppen in'S Veltlin eingedrungen, aber un-weit Delebbio von der fremde» Reiterei und den Veltliner» einge-schlossen und sechshundert davon niedergehauen worden. Er ermähntesie danm, sich um so weniger in eine solche Gefahr zu begeben, als dieVeltliner das Anerbieten machten, mit den katholische» Bündncrn zuleben und zn sterben. Er fügte noch hinzn, die Bnndner seien vollGrimm nach Cläven zurückgekehrt und hätten dort zweiundzwanzigkatholische Priester umgebracht. Solcher Art waren die Lügen, durchwelche man das Volk betrog.
Doctor Jacob Paribelli, von den Veltlinern an die katholischenOrte der Eidgenossenschaft deputirt, hatte auf der Reise, zu Casti-glione, eine Unterredung mit mehreren biindnerischeu Bandirten. Ers soll auch Briefe von Robustello an Sebastian v. Castelberg, Abt zus Disentis und andere Oberbünduer bei sich geführt haben, in welche»
! die Aufständischen sich den Schein gaben, als wollten sie sich der^ bündnerischen Herrschaft wieder unterwerfe», indem der Aufruhr ledig-' lich die Ausrottung der Kezerei zum Zweck gehabt habe.
So wurden denn am 5. April des folgenden Jahres 1621, imf Kloster Disentis unter andern an den Abt gerichteten Briefen folgendezwei gefunden. Der eine mit dem Datum des 17. Aug. 1620 und vonLudovico Sarego, Bischof zu Hadria und apostolischem Nuntius beiden Eidgenossen, war von Lugano aus geschrieben worden und ent-hielt unter Anderm auch die Stelle: „Nun ist es Zeit die sicilianischeVesper mit den lutherischen Predigern, wie diese sie mit den Prälaten
Vais, von wo aus über den Valserbcrg der kürzeste Weg in'sk Nheinwald führte. Die Straße war damals sehr betrete».
> " Die Bruder Joh. Anton und Caspar Moliua. Quadrio.
- 2Z Quadrio der veuetiauischeu Parthei zugethan.
1620