Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
178
JPEG-Download
 

178

Sondrio wird ebenfalls verlassen.

1620. geblieben war, bei den Haaren ergriffen und zerrissen haben. Als die1V. Ag. Bündner zu Sassella anlangten, wurden sie von dem auf der andernSeite der Adda befindlichen Feinde mit heftigem Gewehrfeuer em-pfangen ; doch litten sie keinen Schaden, tödetcn im Gegentbeil dreider Gegner und kehrten in guter Ordnung nach Sondrio zurück.Von hier aus sandten sie zwei Boten in Schäferkleidung aus Berga-maskisches Gebiet zum venetianischen Moderator und Secretär Tca-ramella, mit der Bitte, das; die Republik ihnen zu Hülfe kommenmöchte. Dieser sandte den Boten mit einem im Stocke verborgenenZettel zurück, des Inhalts, auf der Grenze stünden Fußvolk und Rei-terei, doch dürfe er ohne Erlaubniß seiner Obern nichts thun. Endlich,als immer noch nichts Gewisses darüber verlautete, ob die evange-lische» Orte den Dnrchpaß durch das Gebiet der katholischen erhaltenwürden, als ferner die vom obern Bunde das Veltlin bereits verlassenhatten und endlich beinah täglich einzelne Soldaten mit Beute beladen15. Ag. davon liefen, — geschah Sonnabends den 15. August der Abzug vonSondrio durch das Malenggerthal. Einige Feinde (die Aufständischenrühmten sich später damit, es seien nur sechszehn Reiter gewesen)folgten in der Entfernung und tödeten zwei Davoser, Ulrich undJohann Buol, sowie den Benedict Ajardo°^, einen des Glaubenshalber verbannten Venetianer, welche sämmtlich ermüdet zurückgebliebenwaren.

Am nämlichen Sonnabend besezte Hieronymo ^ Pimentclli, einVetter des Herzogs von Feria und spanischer Herkunft, Riva di Mez-zola und Novate mit fünfhundert Mann. Doch muß ich hier weiterzurückgreifen. Als der Gesandte Gueffier, von Grimm gegen dieStrafgerichte ganz erfüllt, die Kunde von dem Morde im Veltlin er-hielt, schrieb er an Hanptmann Rudolf v. Schauenstein, der im BadePfävers war, unter Andern; die Worte; „Wenn die Bündner seinemRathe nachkommen wollten, hege er die bestimmte Hoffnung, die An-gelegenheit ohne weiteres Blutvergießen ordnen zu können." Aber dieBündner mochten ihm, den sie für mehr als verdächtig hielten/''

<2 Agliardi sagt Quadrio.

n Girolamo, sagt Quadrio, General der Kavallerie im HerzogthumMailand.

^ Quadrio gesteht es offen, daß Gueffier zu Gunsten des Beltlinsmachiuirtc. Auch stand er mit Jac. Paribelli, dem Beltliner Abgesandtenan die katholischen Orte. in freundschaftlichen Verhältnissen. II. 189.