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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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208
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208 Die Oberbüudner berufen Hülfe von den V Orten.

1620. aus Val Camonica an die Zürcher, Berner und Bündner Führer, desInhalts, sie möchten nur guten Muthes sein, denn er würde mit seinenTruppen in Bälde bei der Hand sein. Die Unsrigen aber, welche erzu Worms glaubte, waren von dort schon abgezogen und erhieltendiese Nachricht erst im Obereugadin.

Zu Cur wurde der Beitag gehalten und über ein Gesuch an denGesandten Gueffier, in die Bünde zu kommen, beratbschlagt. Mansandte dann den Samuel Bnrgauer mit einem äußerst höfliche» Briefean ihn nach Solothurn. Er antwortete, nicht früher zurückkehren zuwollen, als bis alle zum Schaden der Krone Frankreich, seiner selbstund der königlichen Dollmetsche stattgehabten Beschlüsse zu Tusis,Zizers und Davos widerrufen und für null und nichtig erklärt seinwürden, — was dann auch kurz darauf von Räthen und Gemeindengeschah. Bnrgauer meldete auch, Gueffier sei sehr ärgerlich darüber,daß die Unsrigen von Worms abgezogen, — da sonst ein für das Landehrenhafterer Friede möglich gewesen. Bald hernach ging Gueffiernach Altöls in Uri, wo auch Alfons Casati war und hielt sich eineZeit lang daselbst auf.

Johann v. Porta und Caspar Alexius rüsteten sich zur Abreiseund gingen, nachdem sie zu Aarau mit den Boten der evangelischenOrte sich besprochen hatten, nach Basel ab. Von hier führte sie dieReise rheinabwärts nach Strasburg, aber zu Breisach, auf österreichi-schem Gebiet, wurden sie aufgefangen und nach Innsbruck geführt,wo man sie gesanglich verwahrte und erst nach siebenundzwanzig Mo-naten wieder entließ.

Doch wenden wir uns wieder zu den Bündnern und zwar zu derenkatholischem Theile. Verschiedene waren zu den V eidgenössischen Ortengegangen und sollen dort Mancherlei, darunter viel Erdichtetes überdie reformirten Bündner vorgebracht haben. Zu nennen sind von JenenJacob Toscan, Canonicus zu Cur und Vicar im Misoxerthal (es be-hauptete derselbe freilich später, mit Luzius v. Mont nur zum ZweckeGueffier zur Herkunft zu bewegen, nicht aber die Eidgenossen zu rufen,nach Solothurn gereist zu sein) Luzius v. Mont und Johann AntonGiöri, welche ein mit dem Bundssiegel versehenes, übrigens, wie sieversicherten, ohne Wissen der Evangelischen ausgestelltes Schreibendes Landrichters bei sich führten. Sie gaben den fünf Orten (wiediese später selbst aussagten) zu glauben, daß die Reformirten in denBünden bereits sieben katholische Kirchen in Besiz genommen hätten.