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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Fünsörtische Truppe» kommen in Leu ober» Bund. 209

Nicht weniger bemühten sie sich beim französischen und spanischen Ge- 1620.sandten. Der Leztere, welcher auf Altes achtete, bot den Unterhalt 10. Sp.von fünf Compagnien an. Auch Gucfsier soll, wenn auch nicht durchGeldmittel, wenigstens durch guten Willen behülflich gewesen sein.

Das Volk wurde sofort geworben, scheinbar, als geschehe dieß vonSeite der fünf Orte und es fühlten auch die Banner die Wappenderselben. Als Oberst wurde Joh. Conrad v. Beroldingen aus Urigewählt, zum Oberstlieutenant Johannes Lusser von Unterwalden,welche zwei keine eigene Compagnien hatten. Hauptleute waren vonLuzern: Aegidius Fleckenstein; von Uri: Sebastian Heinrich Trösch;von Schwiz: Peter Schelli und Caspar Schorer; von Unterwalden:

Joh. Zellinger und Joh. Jac. Jmliug; von Zug: Beat Jac. Meyen-berger und Wolfgang Braudenberger. Im Ganzen stieg die Mann-schaft auf 1500 Mann. Am 10. September kamen sie nach Disentis,von da nach Jlanz und bezogen dann ein Lager an der Brücke vonReichenan und den benachbarten Ortschaften. Durch ihre Ankunftschöpften die Katholiken des obern Bundes wieder frischen Muth,während die Evangelischen ihren Befehlen nachzukommen sich gezwun-gen sahen. Die Tusner schienen Anfangs Widerstand leisten zu wollenund hatten zu diesem Zwecke die Straße zwischen Räzüns und Cazisabgebrochen, doch stellten sie auf den Rath Caspars von Schauensteindieselbe bald darauf wieder her und nahmen die Oberbündner auf.

Leztere beschworen nun zu Tusis ihren Bundsbrief und veröffent-lichten einige Artikel, welche die Freiheit beider Konfessionen gewähr-leisteten und namentlich noch festsezten daß es allen Geistlichen,jeglichen Ordens, freigestellt sein sollte, in den Bünden zu wohnen undSeminarien, Kollegien und Klöster zu errichten, doch so, daß kirchliche

Am 16. Sept. „vnd klagt man sich sich von stund an ihres raubens»nd blnnderens." Anhörn I. S. 224.

iis In der That schien zuerst die Sache der Evangelischen schlecht genugzu itehen, denn man fing einen Brief auf, den Nicolo Brocco von Miso;an seinen Bruder Thomas von Cästris, einem Dorfe bei Jlanz, untermDatum des 25. Sept. gerichtet hatte und in welchem derselbe von demLager der katholischen Eidgenosse» und Oberbündner, so wie von Ver-theilung der Compagnien sprach. Der Brief war in italienischer Sprachegeschrieben und enthielt zulezt noch die Worte: „stimo cke si kars unmassacro üi llutlrernni/' Zusaz des Vers.

"d Den 28. Sept. Es waren sechszehn verschiedene Artikel, welcheAnhörn (I. 238 n. ffg.) in extenso gibt.

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