Ermordung des Pompejus Piornta.
225
Im nämlichen Monat Januar begaben sich, von einigen Bewohnern 1621von Novate unter dem Verwand einer Besprechung in Jntereßsachenbewogen, Andreas Costa von Novate, Carl Stampa, Joh. PeterMalaerida und Joh. Francesco Bardella, alle Clävner und evange-lischer Konfession, an einen Ort, der den Namen Malaguarda führtund wo sie sofort von spanischen Soldaten sich umgebe» sahen. CarlStampa und Joh. Peter Malaerida, durch Flintenschüsse schwer ver-wundet, wurden mit Costa gefangen genommen, nach Riva geführtund erst später wieder von dort entlassen. Die beiden Bardella ent-kamen durch die Flucht.
Inzwischen war der spanische Gesandte Scaramuzzia, vom Ge-schlecht der Mailänder Visconit stammend, nach Jlanz gekommenund vou den meisten Oberbllndner» mit Jubel aufgenommen worden,denn er vertheilte mit vollen Hände» Geld unter sie und unterhieltacht ihrer Fähnlein auf spanische Kosten. Um mit größerer Bequem-lichkeit die Gemeinden des Gottshansbundes zur Annahme des vor-geschlagenen spanischen Bündnisses bearbeite» zu können, kam er spätervon Jlanz in das Schloß Räzüns herab. Den Curern und Anderennoch wurden Abschriften der Kapitulationen zugesandt, aber sämmtlicheEvangelischen verwarfen dieselben. Ueberhaupt hatten zulezt von demGotteshausbunde lediglich die Oberhalbsteiner das Biindniß ange-nommen.
Pompejus Planta, wie bereits bemerkt, in die Bünde zurück-gekehrt, wohnte auf dem Schlosse Rietberg im Tumleschg. EinigeFlüchtlinge aus dem Münsterthale, welche auch diesseits der BergeAnhänger fanden, hatten aus dem Grunde, weil er der Besezung undVerwüstung des Münsterthales beigewohnt, sich zur Rache gegen ihnverschworen. Auf eine dahin bezügliche Warnung hin, wollte erschon auf den folgenden Tag hundert katholische Eidgenossen zuseiner Sicherheit in das benachbarte Dorf Rotels legen, als Donner-stags den 25. Februar vor Tage noch ungefähr zwanzig Mann,welche Blasius Alexander, Georg Jenatsch, Nicolaus Carl v. Hohen-balken und Andere ^ anführten, von Grüsch im Prättigan her, zu
^ Fähnrich Gallus in Nied (Anhörn nennt ihn Gallns Niederer)von Splügen war der vierte dieser Meuchlermörder, welche von den vierevangelischen Städten (Zürich, Bern, Basel und Schaffhausen) mit demBeinamen der „vier Teilen" beehrt wurden. Man fleht, daß nicht nurdas lezte Jahrzehnt, wo ebenfalls drei „Teilen" erstanden, sondern auch
11