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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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254
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254 Die Bandirten werden aus der Thalschaft gejagt.

1621. frei sehen, so mußten sie auch Giöri's Schwiegersohn entlassen. Aufdem Rückwege kamen fünf aus der Herrschaft Räzüns beim Ueber-steigen des Passes vor Kalte um's Leben. Paul Buol, der Haupt-anführer erhielt eine Schußwunde am Kinn, ein Rheinwalder eine amBein. Mittelst Ausrufes wurde das Plündern der Kirchen verbotenund allen in der Thalschaft verbliebenen Einwohnern ließ man Ver-zeihung angedcihen. Diejenigen, welche den Feind in's Land geführt(wie der Probst Toscau) wurden auf's Neue geächtet. Man richteteauch ein Schreiben an Josua Besler aus Uri, Vogt zu Belleuz, undbeschwerte sich, daß im Widerspruch mit dem Bündnisse dem feindlichenspanischen Kriegsvolke der Paß gestattet worden sei, — ebenso daß ereinigen gegen ihr Vaterland conspirirenden Bündnern Aufnahme undUnterschlauf bewilligte. Man fügte hinzu, daß, wenn dieß noch ein-mal vorkommen sollte, man es nicht so hinzunehmen gesonnen sei,während man im klebrigen zur Beobachtung guter Freundschaft undaller Bestimmungen des Bündnisses geneigt wäre. Besler antwortetebegütigend und entschuldigte den Durchpaß der Spanier damit, daß erplözlich und unerwartet stattgefunden. Er werde übrigens dafür sorgen,daß derartiges nicht mehr stattfinde. So viel er wisse, liege es imWillen seiner Obern an den Bündnissen festzuhalten. Es wollten auchdie eidgenössischen Kriegsleute die bündnerischen Bandirten, welche sieVaterlandsvercäther nannte», aus Bellenz fortweisen, aber Julis dellaTorre, welcher dahin kam, um die zerstreuten Truppe» zu sammeln,begütigte jene durch Geldspenden. Dieser Mensch, welcher der Haupt-rädelsführer und Anstifter des Aufruhrs und Blutbades im Veltlinwar, starb später zu Mezano, einem obscuren Neste, aus Kummer,weil der Herzog von Feria es ihm verboten hatte, wieder nach Mailandzu kommen. Es soll derselbe an vierzigtausend Mailänder Pfund ausseinem eigenen Vermögen in die Veltliner Angelegenheit verwendethaben. Die Bündner ließen drei Fähnlein, nämlich sechshundertMann unter Risch Hunger, Joh. Wyß und Joh. Fausch im Misoxer-thal zurück, — als aber in der Folge das spanische Kriegsvolk wegzogund der Gesandte Gueffier in die Bünde zurückkehrend, die Unsrigenüberzeugte, daß von Seite der katholischen Orte keine Gefahr mehrdrohe, wurde auch die bündnerische Besazung im Misoperthale auf-gelöst.

Es hatte inzwischen der Herzog von Feria auf den Brief der dreiHäupter geantwortet, den Verlauf der Dinge im obern Bunde in der