Sperrung des Trausits durch Oesterreich. 255 -
Art, wie ihn die Seinigen darüber unterrichtet batten, auseinander- 1621.gesezt nud nochmals den Bündnern das zu Mailand besprocheneBündniß zur Annahme empfohlen. Unterdessen drangen die Spanier(was übrigens auch einige bandirte Bündncr gethan haben sollen) beiErzherzog Leopold darauf, Laß den Bündnern der Verkehr mit demösterreichischen Gebiet abgesperrt würde, — als Verwand, sagten sie,könne die Besezuug und Plünderung des Schlosses Räzllns dienen.
Auch wurde sofort, da der Erzherzog sich im Elsaß befand, von seinenRäthen zn Innsbruck ein Mandat, die Aufhebung des Transits ent-haltend, bekannt gemacht. Auch wurde eine größere Anzahl Kriegs-volk an die bündnerischen Grenzen gelegt. Zu diesem Zwecke rücktenunter Erhard v. Brion hundert und zwölf Reiter, meist Wallonen 22aus dem Elsaß vor. Die Compagnie des Joh. Pal wurde verstärktund es langte eine fernere, die des Gandenz Coret, unter dem Fähn-drich Pfanzelter in der Grafschaft Feldkirch an. Die Bündner hattenden Joh. Victor Travers, Vogt zn Castels, mit einem freundschaft-lichen Schreiben, es mochte das Kriegsvolk von der bündnerischenGrenze weggezogen und die Erbeinigung, was sie sehnlichst wünschten,emgekalten werden, nach Innsbruck gesandt. Heimgekehrt, erzählte er,wie er sehr wohlwollend von den Räthen empfangen worden und wiezwar Klagen gegen die Unterengadiner, keineswegs aber gegen dieübrigen Bündner laut geworden seien.
In den nämlichen Tagen, als in den Bünden die Sperrung desTransits und die Ankunft von Kriegsvolk in der Nähe des SchlossesGuttenberg verlautete, traf es sich, daß der Oberbefehlshaber derZürcher Truppen mit einigen der Semigen und einer Anzahl Maien-felder zum Rhein hinnnterritt um die Furten desselben zu unter-suchen , zu nämlicher Zeit aber auf der andern Seite desselben JacobTrösch, Vogt zu Sargans, mit einigen Sargansern, ebenfalls beritten,die Stelle» beaugenscheinigte, wo sich Dämme und Wuhren gegen denAndrang des Wassers anbringe» lassen konnten. Diesseits sah mandie Sarganser für Oesterreicher an und schlug sofort Allarm, der sichLurch das ganze Prättigau bis nach Davos verbreitete. Man sandteTruppen zum St. Lnziensteig und wählte als Anführer derselben denDietegen von Hartmannis. Als Johann Werner v. Reitnau, welcherbereits vorher sein Volk in den Waffen kielt, dieß erfuhr, ließ er als
22 lü'-inco-kelgnv in, Original.