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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Die bündnerschen Fähnlein sammeln sich. 291

ruhig, aber wachsam zu sein, da sie in großer Gefahw schwebten. Die 1621.Rathschläge des Gesandten Gueffier möchten sie ja niicht gering achten.Endlich wiederholte das Nämliche auch der venetiamische Gesandte inZürich.

Der fünfte October, welchen der Erzherzog Leopold als peremto-rischen Termin für unser Eintreffen zu Jmst bestimmt hatte, stand vorder Thüre und wir rüsteten uns zur Abreise. Die zu Tusis versam-melte Mannschaft sandte einige Boten in den obern Bund, ob demWald, um wie sie sagte, die Gerichte zur Wiedererobcrung des Velt-lins aufzumahuen; sie selbst in zwei Haufen getheilt, deren einenGeorg Jenatsch, den anderen Blafins Alexander führte, folgten gleichdarauf nach. Sonnabends den 22. September langten die Ersten 22. Sp.beim Dorfe Räzüns an und da sie an Lebensmitteln Mangel litten,schlachteten sie drei, dem Bartholomäus Planta, Herrn von Näzüns,zugehörende Stücke Vieh, die ihnen von den Bauern als dessen Eigen-thum bezeichnet wurden. Dieß gab abermals zu Klagen in InnsbruckAnlaß. Sonntags den 3. October zu Flims angelangt, trafen sie auf 3. Ort.den unglücklichen Joseph v. Capanl, ^ der zu Tusis und Davos vonden Strafgerichten genugsam mißhandelt, eben erst aus der Verban-nung in die Heimath zurückgekehrt war. Die Soldaten drohten ihmden Tod und begannen damit sein Haus zu plündern. Als er hierüberbei den Hauptleuten Courad Planta und Nieol. Carl sich beschwerte,schlug der eben dazu kommende Jenatsch sein Gewehr auf ihn an.

Daß es versagte, rettete ihn nicht, indem ihn daramf drei Andere, einEngadiner, ein Prättigauer und ein Veltliner niederschössen. Derkostbare Hausrath wurde geplündert. Es ist kaum zu sagen, welcheBestürzung auf diese Unthat hin, die Gemüther aller Derjenigen er-füllte, welche Ruhe und Frieden hofften. Als man nach Jlanz kam,jagten sofort die Disentiser, Lugnezer und alle Uebrigen ob dem Waldeeine gewisse Anzahl Mannschaft zu und so machten sich denn sämmt-liche Fähnlein der drei Bünde mit Ausnahme der Bregeller, Misoxerund Pusäilaver in das Oberengadin aus. Die Zahl der Truppen be-trug aber kaum sechstausend Mann und die der einzelnen Fähnleinüberstieg nicht zweihundert. Zudem war die Mannschaft weder mit

b Landshauptmann. Man warf ihm vorzüglich vor, die Oberbündneram Zuzug in's Veltlin verhindert und es mit den Vandirten geh altenzu haben. Anhörn M. 181.