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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Zweite Zusammenkunft in Jmst.

I62l. llöaffen, Proviant, noch alidern Kriegsbedürfnissen versehen. DenLandainmann Ulrich Buol hatten sie vorher zu den vier evangelischenStädten der Eidgenossenschaft gesandt und ihnen den Entschluß unddas Vorhaben der Bünduer mitgetheilt. Alle antworteten aber, dieZeit sei nicht günstig für den Zug und sie thäten besser auf Vollziehungdes Madrider Tractats zu dringen, wozu die französischen Gesandtenja die beste Hoffnung gaben. Aber selbst ohne Buol's Rückkunft ab-zuwarten, brachen die Unsern nach Worms auf.

5. Oct. Am sestgesezten fünften Octeber erreichten wir unterdessen Jmstund Tags darauf kamen auch Doctor Hemmerlin, Burklehner undan der Stelle Alberts v. Kolobrat, Maximilian Mohr daselbst an.Der Freiherr v. Bemmelberg, welcher in den Beglaubigiingsbriefenebenfalls aufgeführt stand, erschien ebenfalls nicht persönlich, sondernwurde durch Ferdinand Fneger vertreten. Als sie nach Einsicht unsererVollmachten, die Antwort auf ihre früheren Begehren zu wissen ver-langten, bemerkten wir, daß die Räthe und Gemeinden unsere bei derlezten Zusammenkunft abgegebene dießfällige Erklärung in allenStücken bestätigt hätten. Weil wir inzwischen unsere Urkunden undDoeumente genauer studirt hatten, ließen wir uns auch weitläufigerüber die einzelnen Punkte aus und äußerten uns zulezt dahin, diedrei Bünde wünschten die Erbeinigung beobachtet und die Rechte desdurchlauchtigsten Erzherzogs aufrecht erhalten zu wissen, jedoch immer-hin ihren eigenen Rechte», Privilegien und Immunitäten unbeschadet.Diese unsere Antwort wurde an den Erzherzog nach Innsbruck gesandt,um dann durch den Doctor Lintner, seinen Sekretär, schriftlich beant-wortet zu werden.

Uebrigens war auch schon wieder Bartholomäus Planta, Herr zuRäzüns, nach Innsbruck verreist und hatte eine neue Klage über Ver-lezung des Schlosses Räzüns und Schlachten seines Viehes eingereicht.Die österreichischen Commissarien beschwerten sich Namens des Erz-herzogs höchlich hierüber und verlangten kurz zu wissen, ob die Bünd-ner den Waffenstillstand zu halten gesonnen seien oder nicht. Wirzeigten nun die Briefe der Bünde vor, welche die Versicherung ent-hielten, daß wir gegen den durchlauchtigsten Erzherzog Leopold durch-aus nichts im Sinne trügen, sofern nur derselbe die gleiche Gesinnunghegte. Die Oesterreichs waren wirklich nicht ohne Furcht, denn siehatten von der Ankunft unserer Mannschaft im Engadin gehört undbefürchteten einen Einbruch in's Münsterthal. Aus diesem Grunde