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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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302
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302 Die Oesterrcicher formen den Uebergang über den Jnn

1621. leisteten die Engadiner eben so tapfern Widerstand. Am leztgedachten28.Oct. Tage verbrannten die Feinde das zu Schuls gehörende, aber auf derandern Seite des Jnns gelegene Dörfchen Pradella und die Reitereiversuchte mit unglaublicher Kühnheit über den Fluß zu schwimmen.Zwei Reiter sanken Hiebei unter und drei Pferde fielen in die Händeder Engadiner. Während der ganzen Nacht mühte sich der Feind mitSchlagen einer Brücke. Schon kamen den Bewohnern des Unter-engadins die des obern zu Hülse und am Freitage, mitten in der Hizedes Gefechts selbst die Bergüner. An diesem Tage jedoch, es war der29.2ct. 29. October, glückte es den Oesterreichern zwischen Vettan und Schuls,unterhalb der Sauerquelle, an einer Stelle, wo man es am wenigstenvermuthete, in aller Eile den Fluß zu überbrücken. ^ Ein Feldstückder Engadiner Plazte und nach langem Kampfe, als dieselben auf allenPunkten beschäftigt waren, gelang es dem Feinde hier über den Flußzu kommen, wobei er ohne Pardon, was ihm begegnete, niedermachte.Die Schuld daß der Uebergang glückte, warf mau auf die Unklugheitdes Hanptmamis Anton Violand, ^ px„» xs hatte derselbe gerathen,eine Anzahl Feinde im Uebergauge nicht zu hindern, um sie späterdafür durch plözlichen Angriff in's Wasser zu werfen. Aber die Feindefolgten sich nun haufenweise und konnten nicht mehr aufgehalten wer-den. Einige Weiber vertheidigten sich lange mit ihren Männern aufdem Kirchhofe zu Schuls. Zulezt wurden sie alle, meist mit ihrenKindern zugleich, getödet. Die Sinser, willens denen von Schuls zuHülfe zu kommen (sie hüteten nämlich eine andere Uebergangsstelleam Jnn) wurden von den Feinden abgeschnitten und verloren fünf-undvierzig der Ihrigen. Ueberbaupt fielen an achtzig Engadiner, -—von den Feinden freilich mebr noch, denn nach dem spätern eigenenGeständnisse der österreichischen Hauptleute in Cur hatten sie theils

" Nach Jacob Anton Vnlpius blstorm ratlos (Msc. in ladinischerSprache Seite 119) ging der Feind, als er die Unmöglichkeit weiterunten eine Brücke zu schlagen bemerkte, den Jnn auswärts zu einerStelle genannt Guarlaina, wo er sich lagerte. Vor» Schnlser Kirch-hofe her vermittelst der Nemnser Feldschlangen beschossen aber und unterZurücklassung mehrerer Todten, zog er sich dann mitten in der Nacht aufSt. Johann zurück. Die Stelle, an welcher dem Feinde am folgendenMorgen der Uebergang gelang, führt den Namen Nairs.

iv Oder »ach Andern eines Oberengadiners, der diesen Rath ertheilte.Vnlpius a. a. O.