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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Der Herzog von Feria nimmt Cläven.

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30. October erschien bei dichtem Nebel die feindliche Reiterei in aller 1621.Frühe bei Pizio. Bis hicher ebenfalls vorgerückt, schlugen die Unsernsie zwei bis dreimal zurück. Es hatte aber unterdessen das ganzeHeer sich aufgestellt und Verschiedene, sowohl Bregeller als Anderewaren gefallen. Aus diesem Grunde retirirten die Bündner sich zudem unterhalb Cläven angelegten Walle. Von dem feindlichen Fuß-volk, vorzüglich dem Serbelloni'schen Regimente, stiegen Mehrere denBergabhang hinan, in der Absicht die Bündner zu umgehen. Auch dieReiterei drängte von beiden Seiten der Maira nach. Als dann dieSt. Jacobsthaler, welche zur Bewachung der Brücke über den Liroaufgestellt waren, Angesichts der großen feindlichen Uebermacht wichen,mußten auch die Bündner, nachdem sie eine Weile hindurch tapfer ge-dämpft, sich zurückziehen, um nicht gänzlich abgeschnitten zu werden.

Hiebei machte die Reiterei Einige nieder. Von den Unsrigen bliebenüberhaupt ungefähr fünfzig Mann, unter ihnen vierundzwanzig Bre-geller. In ihrer Zahl befand sich auch Hauptmaun Joh. Coruv. Castelmur, Dietegen v. Salis, Sohn des Podest» Gubert v. Salis,und Joh. Jacob Fanconi von Puschlav. Lezterer war katholisch undda die Katholiken, sich sicher glaubend, nicht sehr kampfbegierig waren,in der Stadt zurückgeblieben. Beim Einzug der Feinde befragt, werer fei, wurde er auf die Antwort, ein Bündner Katholik, gleich beimAussprechen des Wortes Bündner niedergestochen. Das nämlicheSchicksal traf, weil er einen Speer trug, auch den Vapt. dell' Abondio,Capellan zu St. Johann ^ ju Cläven, obschon er ein Katholik war.

Der siebenzigjährige Ulrich Meyer, ein Deutscher, fand, obschon auchkatholisch, ebenfalls seinen Tod. Gregorio Mingardini von Sondrio,ein alter, tüchtiger Soldat, starb an seinen Wunden. BartholomeCasanova, genannt Salamonin, hatte, obwohl nur ein schwacher Greis,lange durch Herabwälzen von Steinen den Feind aufgehalten, sollauch mit einem davon beinahe das Haupt des Herzogs von Feria ge-troffen haben, worauf er einen qualvollen Tod erlitt. Den PaulPestalozzi, dessen bereits früher Erwähnung geschehen ist, tödete derFeind in seiner Wohnung, wo er geisteskrank darniederlag. Einigewurde» auch gefangen, darunter die beiden Podest» Gubert v. Salisund Jeremias Stampa, sowie einige evangelische Veltliner, welche alle

2" Im Original: „tlapvrnlem cke 8. loanne." Die St. Gallcr Ileber-scznng gibt es mit „Korporal."

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