Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
312
JPEG-Download
 

312

Ausgang BlasiuS Alcpander's.

1621. das des Schneees sehr ungewohnt war, nur ungern im Stiche ge-lassen hätte, wurde er, unvermögend die beiden früher von Panixweggegangenen Jeder zu erreichen, und eben so wenig die Anderndrei, welche des Weges unkundig, irre gegangen waren, zu erwarten,am folgenden Tage auf Glarner Gebiet von den Bauer» aufgegriffenund wieder in den grauen Bund znrückgeschleppt. BonaventuraTonisch soll, als er es versuchte, die Abhänge hinab seinen Verfolgernzu entweichen, getödet worden sein. Baldiron lieh den gefangenenBlasins durch einige seiner Dragoner nach Maienfeld vor sich bringen.Hier soll ihn Rudolf Planta in der Anrede einen Räuber genannthaben; er dagegen habe Planta einen Verräther am Vaterlande ge-heißen und auf Alles mit unerschrockener, gleichmäßiger Fassung ge-antwortet. Dann führte man ihn nach Gutenberg, wo ihm in Folgeder auf dem Krenzlipaß erlittenen Kälie sieben Zehen an den Füßenampntirt werden mußten Von da kam er nach Innsbruck, wo er am23. December 1622, nachdem man ihm zuerst die rechte Hand abge-hauen, enthauptet wurde. Die öffentliche Klage gegen ihn lautete, erhabe Kirchen geplündert und den Pompejus Planta mit eigener Handumgebracht. Er selbst läugnete beides und bezeugte im Gebete vorGott, daß er nichts als Gottes Ehre und seines Vaterlandes Freiheithabe befördern wollen. Die katholischen Zuschauer wußten seine festeHaltung und Todesfreudigkeit auf dem lezten Gange nicht genug zurühmen.

Gueffier, der französische Gesandte, war in der Hoffnung, dieOesterreichs würden ihr Kriegsvolk nicht über die Grenzen desPrättigaus führen, bis Walenstad gekommen. Hier des Gegentheilsvergewissert, kehrte er bald darauf nach Luzern zurück. Gern hätte erdie beiden Bünde, durch Hinweisung auf die sichere Hoffnung, daß derMadrider Vertrag zum Vollzug komme, dahin vermocht, den Oester-reichern Widerstand zu leisten. Aber Niemand wagte es, ihm ein Ohrzu leihen. Inzwischen drangen auch die Eidgenossen durch Gesandte,welche sie nach Luzern an den apostolischen Nuntius und an Montho-lon schickten, darauf, daß namentlich Ersterer durch sein Ansehen esdahin bringe, daß die Oesterreicher nicht weiter in die Bünde ein-rückten. Montholon sagte, dafür sei bereits vorgesehen und als Joh.Nud. Rhan, Bürgermeister von Zürich, unter Anderm die Bemerkungmachte, die Spanier unterhandelten über ein Bündniß mit den beidenBünden, stellte es Montholon entschieden in Abrede. So sicher ihrer