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Verhandlungen zu Mailand.
1622 . Als nun die bündnerischen Boten von dem Herzog von Feria dieRückgabe des besezten Landes verlangten, antwortete derselbe" indemer die Hand auf die Brust und das Kreuz legte, das er als Abzeichender Ritterschaft trug, er könne das Veltlin wegen der Bündner Unbe-ständigkeit, Ungerechtigkeit und Meineidigkeit nicht erstatten. Aus diesebeleidigende Rede hin, erklärten die Gesandten, sie wollten heimkehren.Darauf sagte der Herzog von Feria weiter, es sei ihm gleichgültig, obsie den Frieden oder den Krieg vorzögen, denn das Heer stehe schongerüstet, welches die Bünde zu überfallen und mit Feuer und Schwertzu verwüsten hätte.
Der Erzherzog Leopold von Oesterreich schrieb in diesen Tagenselbst nach Mailand und stellte das Verlangen, daß der Gottshaus-bund, da es an die alten Abkommnifse und Verträge mit ihm gebundensei, ohne Wissen und Einverständniß seiner Gesandten, auch keineUnterhandlungen pflege, und demnach mit denselben sich zu besprechenhabe, bevor er irgend etwas mit dem Herzog von Feria abschlöße.Dieß geschah denn auch. Die Gesandten aber waren Carl Stredelund Alexander Vattieli, ordentlicher Procurator des Erzherzogs zuMailand. Zulezt endigte der Herzog von Feria, als Vermittlerzwischen den Bündnern einer- und den Veltlinern und Wormsern ander-seits jegliche Anstände in folgender Weise : Die Bündner verzichtenauf alle ihre Rechte und Ansprüche auf das Veltlin und die HerrschaftWorms für ewige Zeiten und empfangen als Entschädigung dafürvon den genannten Veltlinern und Wormsern jährlich die Summevon fünfundzwanzigtausend Gulden, für deren Zahlung die Kammerzu Mailand, nämlich der König von Spanien, Bürge sein wird.Jeglicher Verkehr und Handel ist frei. Die evangelischen VeltlinerFlüchtlinge dürfen jährlich während zweier Monate, jedoch nicht un-unterbrochen nacheinander, sondern unter zwei Malen, im Veltlin sichaufhalten, doch unter der Bedingung, daß sie ihre Namen bei denOrtsbehörden einreichen und innerhalb sechs Jahren ihre Güter imVeltlin verkaufen. Streitigkeiten, welche dermalen zwischen den Bünd-nern, evangelischen Veltliner Flüchtlingen und Bewohnern des Velt-lins selbst anhängig sind oder innerhalb eines Jahres entstehen, wirdder Erzherzog Leopold durch Abordnung eines Gesandten entscheiden,
b« Auf Eingebe» des Großkanzlers Antonio Ferrario, des wärmste»Gönners der Veltliner. Znsaz des Vers.