Verhandlungen zu Mailand.
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kirche zu Cur zu verbergen. Sie fügten hinzu, man hatte seine Wob- 1621 .nung a»,müden wollen und mit der Scheuer derselben bereits denAnfang dazu gemacht. Alles dieses war rein aus der Luft gegriffen.Vorher schon war von Francesco Ballerini von Como, Erzpriester zuLocarno, eine historische Abhandlung erschienen, in welcher er es sichznr Aufgabe gestellt hatte, den Aufruhr der Veltliner, mittelst Bei-mengung vieler Verläumduugen und Lugen zu vertheidigen. DerPapst selbst erließ, nach Prüfung der verläumderischen Schriften,welche die Veltliner hatten ausgehen lassen, das Verbot solche zu lesen.
Die Vorstellung der Veltliner an den König von Frankreich wurdeglänzend bekämpft durch ein Büchlein mit der Ueberschrist: Gründ-liche und nothwendige Widerlegung der Gründe, mit welchen dieelenden Mörder in der bündnerischen Provinz Veltlin, nicht blos ihreSchandthaten zu bemänteln, sondern auch auf unwürdigste Weise dieKönige und Fürsten zu bewegen suchen, sie zu ihren Schüzlingen an-zunehmen, — zur Steuer der Wahrheit und getreuen Verwöhnungan's Licht gegeben. ^
33 Das Ziel der Spanier war von Anfang an, Herrschaftsrechteauf das Veltlin zu gewinnen und es hatte auf Befehl des Herzogs vonFeria der königliche Advocat und Fiscal Paul Nho eine Schrift ver-faßt, welche den Titel führte: Gespräche in kucto et gure über dies,Rechte Ihrer königlichen katholischen Majestät als Herzogs von Mculaudüber das Veltlin und über den Nechtsgrund des Aufstandes (sollcvruione)der Veltliner gegen ihre bündnerischen Tirannen.
In Widerlegung und Euikraftung der bündnerischen Rcchtstitel aufLas Veltlin hinkr aber diese Arbeit bedeutend und sucht zur AbhülfemeineUallas rStioa, »rmato et toZata als verdächtig und partheiischdarzustellen; namentlich auch auf böswillige Weise einige Stelle» der-selben zu verdrehen; sie fällt schmähend über den bündnerischen Namenher, wogegen sie durch Gründe, welche aus der Lust gegriffen sind, dasVeltlin dem Herzogthum Mailand zuerkennt; endlich vertheidigt sie dasschreckliche Blutbad und die verabscheuungswürdige Empörung, indemsie solche mit dem Namen eine: Unterdrückung der Kezerei und Gewalt-herrschaft belegt.
Ein Anderer, ebenfalls in spanischem Solde, versicherte im Jahre1622, als die bündnerischen Boten sich zu Mailand befanden, in einerähnlichen Schrift, die Zurückgabe deS Veltlins an die Bündner streitesowohl mit göttlichem als menschlichem Rechte; jenes verbiete ein katho-lisches Volk kezerischen Obrigkeiten zu unterwerfen und dieses habe eserlaubt, das Joch der Bündner, welche aus Bundesgenossen sich inTirannen verkehrten, abzuschütteln. Zusaz des Vers.