Ucbermuth des Kriegsvolkes.
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Gerichte beschossen einstweilen zuzuwarten, bis diese Boten ihre Ant- t622.Wort erhalten hotten. Zu Innsbruck angelangt und von dem Frei-herr» v. Benmclberg und Stredel, wenn auch erst Ansangs März,angehört, brachten sie den Bescheid heim: „Der durchlauchtigste Fürstwerde keine Hrädicanten auf seinem Gebiete dulde»; — betreffs derübrigen Beschwerden, (welche die Unsrigen ebenfalls bei dieser Gele-genheit beschiiden vortrugen) würden in Kurzem österreichische Kom-missäre in die acht Gerichte kommen und sowohl über Rcligionssachenals Anderes Hestimmunge» treffen."
Am 12. Februar langte Bischof Johann aus dem Schlosse Fürsten-12. Fb.bürg zu Cur an. Auch Simon, Abt zu Bcndern, kam in's KlosterCurwalden und trat dessen Best; wieder an. Der Bischof schärfte denGeistlichen semer Diöcese die Nachachtung der Tridentiner Concil-beschlüsse und des Gregorianischen Kalenders ein. Bald darauf schriebBaldiro» in »nein Briefe an Johann Victor Travers, Landvogt zuCastels, es sei von den Räthe» z» Innsbruck der Befehl ergangen, dasser mit Hülfe der österreichischen Soldaten sämmtliche Prädicanten imPrättigan gesanglich einzuziehen und auf das Schloß Guttenberg zuliefern habe. Auf dieses hin flüchteten sich Verschiedene, Andere wiederhielten sich bei Freunden verborgen. In Grüsch, Luzein und Küblis,wo österreichisches Volk lag, langten Kapuziner an und begannen inden dortigen Kirchen Messe zu lesen. Auch vermögen es Worte nichtzu sagen, mit welchem Uebermuth einzelne Soldaten sich betrugen undwas für Grausamkeiten (unter ihnen zeichnete sich darin hauptsächlichHauptmann Bonifazius Berthold aus) sie verübten. Thalhamme»Fähndrich in dessen Compagnie, traf einmal den Stephan Nncdi, ge-nannt Schrcpfcr, in der Nachbarschaft Dalvatz, stieg auf dessen Schul-tern und rief einen Knecht herbei, um ihn mit dem Spieße zu stachelnund so ritt er die steile Anhöhe nach Luzein hinauf, indem er sagte,dieß ist die rechte Weise, die Prättigauer Bauern zahm zu mache».
Im März wurde Fortunat v. Juvalt von den beiden Bünden undder Herrschaft Maienfeld nach Innsbruck gesandt, um auf die Ratisi-catio» und Einhaltung der Verträge zu dringen. Die Räthe aber,die Abwesenheit des Erzherzogs vorschüzcnd, gaben keine bestimmteAntwort.
Ebenfalls im Monat Mär; zog Graf Johann Scrbclloni mitseinem Regiment aus Cläven ab und ließ nur an der Riva di Mezzolaeine Besaznng zurück. Hieraus übergab er das ganze Gebiet Namens