326 Bemühungen der Eidgenossen für die Bündncr.
1622. des HerzogS von Feria dem Doctor Jacob Albertini und Luzius v.Mont, welche es für die beiden Bünde und die Herrschaft Maienfeldin Empfang nahmen. Provisorisch wurde dann von ihnen Theodosiusv. Prevost als Commissarius bestellt.
Anfangs des nämlichen Monats kehrten auch die HauptleutcJoseph Ciurletti und Johann Ballion wieder heim, von welchen derLeztere nach Brions Abzug zur Bewachung des Schlosses Maienfeldzurückgeblieben war. Baüions Compagnie blieb aber immerhin imPrättigau und zu ihrem nunmehrigen Hauptmann wurde Joh. JacobColonna, Freiherr v. Fels gewählt. Hauptmann auf dem SchlosseMaienfeld wurde Christoph v. Prat, obschon dessen Compagnie imuntern Engadin blieb.
Um die nämliche Zeit gingen auch die Hauptleute Bonifaz Ber-thold und Ejerlin nach Hause. Ihre Abreise ließ die unterdrücktenPrättigauer wieder frischen Muth schöpfen.
Ebenfalls im März ordneten die evangelischen Eidgenossen eineGesandtschaft an den König von Frankreich ab, mit dem Ersuchen, esmöchte derselbe zur Wiederherstellung der bündnerischen Freiheit seineUnterstüzung leihen. Die Boten waren Joh. Rudolf Rhan, Bürger-meister von Zürich; Franz Ludwig v. Erlach, Freiherr v. Spiez vonBern; Joh. Melchior Martin von Glarus; Johann Lucas Jselin vonBasel und Joh. Peyer von Schaffhausen. In ihrer Gesellschaft befandsich auch Heinrich v. Schennis, Doctor der Philosophie und Medizin.Der König war zwar damals in Poiton in einem Kriege verwickelt,empfing aber die Gesandten mit Güte und Freundschaft.
Um jene Zeit erschien von einem Bündncr ein Schriftchen, welchesden beklagenswerthen Zustand der Bünde mit lebhaften Farben schil-derte und ebenfalls die Hülfe des allerchristlichsten Königs anrief.Unter Anderm sagte der Verfasser: „Im gegenwärtigen Augenblikeirren fünfzehnhundert Bündner in der Fremde umher, welche ihrenMacken dem österreichischen Joche zu beugen sich weigern."