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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Der Aufstand im Prättigau.

1622. stand leistende Soldaten fanden ebenfalls ihren Tod, die Uebrigenwurden gefangen genommen. Als dann die Klosterser und Serneuseranlangten, klopften sie die bereits zur Ruhe gegangenen Castelser ausdem Schlafe und eilten noch in derselben Nacht zur Belagerung desSchlosses. Die meisten Führer riethen dieß ab, aber Christ. Mathis,ein gemeiner Bauer von Konters, kühn und unerschrocken, meinteSaul hätte David ebenfalls abgerathen mit Goliath anzubinden. Sielagerten sich demnach auf den Wiesen zu Strils in der Nähe desSchlosses. An diesem und während der folgenden Tage, sowie desSonntags in der Kirche zu Corners, gesellte sich ein weißes Lamm zuihnen, was sie als glückliches Vorzeichen aufnahmen. Sie verhörtenauch die gefangenen Soldaten und diese sagten aus, die Oesterreichshätte» die Absicht gehabt, das ganze Prättigau bis zum Engadinhinein mit Feuer und Flammen heimzusuchen.

Inzwischen machten die Belagerten einen Ausfall und tödetcn da-bei Caspar de Casparis, einen Prättigancr, wurden jedoch von den-t. Ap. Unsrigen sofort wieder zurückgeworfen. Als der 24. April, einSonntag, anbrach, langten die erwähnten vierzig Davoser an. DiePrättigauer boten der Mannschaft im Schlosse freien Abzug aus dem-selben und dem büudncrischen Gebiete, für sich und ihr ganzes Gepäckan, in welchem Falle ihnen kein Haar gekrümmt werden sollte, nähmensie aber diesen Vorschlag nicht an, so hätten sie durchaus keine Gnadezu erwarten. Im Vertrauen auf die Hülfe Baldirons, antworteten dieSoldaten hochmüthig, sie hätten sich bis zum lezten Angenblike zuvertheidigen und bäten Bauern nicht um Gnade.

Auch Joh. Victor Travers, welcher zur Sache der Prättigauernicht sonderliches Vertrauen hatte, schlug ihnen nun ähnliche Artikelwie diejenigen Baldirons vor und nur in dem einen Punkte milder,daß zweien ihrer Prediger gestattet würde, in der Thalschaft zu bleibenum die Kinder zu taufen und Eben einzusegnen. Die Uebrigen aber,rieth er ihnen, zu entlassen und die Kapuziner anzuhören. Einige derEinflußreicheren willigten ein und bereits schien auch das Volk sichdahin zu neigen, als plözlick ein Bote von Schiers erschien und Be-richt erstattete, auf welche Weise zu Schiers, Grüsch und Seewis dieSache mit den Oesterreichern abgelaufen war. Der Rath der Führerwurde jezt verworfen und die Sache ernsthaft zur Hand zu nehmenbeschlossen. Alle vorhandenen Schießgewehre wurden als Freudcn-zcichcn losgebranut. Die Klosterser wählten sich Zoh. Zeuch, die von