Kampf zu Schiers.
333
Castels Simon Herkulian (an seine Stelle trat später Job. Lorient) 1622.zu ihrem Hauptmani. Dann schnitten sie den Belagerten das Wasserab und zogen in der nächsten Nacht einen Graben, an welchem Burstliund Schelli fleißig mitarbeiteten, und dem sie eine solche Richtunggaben, daß sie mit voller Kraft das Schloßthor berennen konnten.
Aber die Reihenfolge der Begebenheiten führt uns in das GerichtSchiers. Baldiron hatte, wie bereits angedeutet, von dem Prätti-gauer Anschlage Wind erhalten. Von Schiers aus, wo er auf derRückkehr nach Cur durchkam, sandte er einen Boten an seine Soldatenin den beiden inneren Gerichten, der sie von der Gefahr unterrichtensollte. Es wurde derselbe aber am Lundcn, zwischen Schiers und derBuchen, von den Prättigauern aufgefangen und getödet. Das näm-liche Loos traf zwei andere mit der nämlichen Botschaft Beauftragte.
Man begrub sie im nächsten Gebüsch. Johann Cazett, welcher ober-halb Schiers wohnte, erschlug, wie die Abrede gewesen, in der Freitags-nacht die beiden Soldaten, welche bei ihm im Quartiere lagen, mitder Axt und wunderte sich, als er Sonnabends zu seinen Nachbarenkam, daß sie nicht ebenfalls nach Einverständniß gehandelt hätten.
Als die Schierser jedoch in der Nacht die Kunde erhielten, daß dieOesterrcicher sich in das Schloß Castels geflüchtet hätten und zugleichsich überzeugten, daß sie auf die Unterstüzung der Bewohner von Jena;und Furna, im Gerichte Castels, zählen dursten, beschlossen sie dieübrigen Feinde am Sonntag den 24. April, um 11 Uhr Mittags, 24. Ap.aus dem Wege zu räumen. Die Jenazer und die von Furna langtenzeitig an und mit ihnen griffen sie unter der Leitung des Jacob Truog,eines unerschrockenen jungen Mannes, die Oesterreicher auf dem Plazevor der Kirche an. Anfangs tapfer sich vertheidigend, todeten diesedrei Prättigauer und brachten neun Andern Schußwunden bei. Aberdurch die großen Prügel wurden gar Viele zu Boden geschlagen unddie klebrigen sahen sich zulezt gezwungen auf den Gottesacker und indie benachbarte Kirche sich zurückzuziehen, von wo aus sie ein heftigesFeuer unterhielten. Als sie jedoch in der Kirche selbst Pulver untersich theilen wellten, entzündete dieses sich zufällig und sprengte einenTheil des Kirchengewölbes, wodurch zehn Mann umkamen. Siebzehnstanden noch lebend auf dem obern Theil ^ des Gewölbes, vermochten
b Vermuthlich von Anfang an dort hinaufgestiegen, um von obenherab, sich besser vercheidigen zn könne«. Die Nnterscheidung zwischen