Die Prättigauer bewerben sich um eidg. Hülfe. 343
durch das Sigel und die Unterschrift des Landvogts Travers bestätigt. 1622.Die Prättigauer theilten nun die österreichischen Waffen unter sichund gaben auch den Davosern und Schansiggern ihren Theil. Lezterezogen dann zum Schnz ihrer Thalschafr heim.
Dienstags den 26. April wurde die österreichische Bcsazung, nach zg. ApLeistung ihres Schwures, ungefährdet aus den Bünden abgeführt.
Als sie nach Feldkirch gelaugten, empfing sie Joh. Werner Reitnauer,mit Schimpfreden und zwang sie gegen die Prättigauer von Neuemzu dienen, da ein Eidschwur gegen diese Kezer und Rebellen null undnichtig sei.
Der Landvogt Travers hatte den Prättigauern Hoffnung gemacht,er würde die Belagerten in Maicnfeld zur Uebcrgabe bestimmen, ver-mochte aber, als er m das Städtchen kam, nichts auszurichten. Späterging er nach Cur zu Baldiron, um denselben zu besänftigen, kehrteaber von dort, so lange dieser Krieg dauerte, nicht mehr zu den Prätti-gaucrn zurück, sondern hielt sich zu Ortenstein auf.
Inzwischen bemühten sich die bündnerischen, bei den Eidgenossenweilenden Flüchtlinge, um Hülfe für die Prättigauer und es kam zudiesem Zwecke Hauptmann Stephan Thys, ein Bündner, ^ an jenemSonntag den 24. April, persönlich aus Deutschland nach Zürich, vonwo aus er den Prättigauern sich anschloß und ihnen als Hauptmanngetreuliche Dienste leistete. Joh. Pet. Janett, Prediger in Schanis unddamals als Flüchtling bei den Eidgenossen sich aushaltend, wurde zuGeorg Friedrich, Markgraf von Baden und Ernst, Graf von Manns-feld, abgesandt, zum Theil, damit sie einige Reiterei den Bündnern zuHülfe sendeten. Mannsfeld richtete unterm 27. und 29. April vonLadenburg aus, äußerst wohlwollende Briefe an alle Bündner, zumalaber die Prättigauer, als Vorkämpfer der alten Freiheit, mahnte sie zurStandhaftigkeit und Tapferkeit und versprach leztlich, er werde nachder Ankunft des Herzogs Christian von Bcaunschweig, Bischofs zuHalberstadt, ihnen etwas Mannschaft schicken. Es kehrten auch all-mählig und truppweise viele bündnerische Kciegsleute in die Heimathzurück. Auch Scaramella, der Venedig damals in Zürich vertrat,wurde um Hülfe angegangen. Er sagte, er hatte hierüber zwar keineAufträge von Seite der Republik, werde aber sogleich an dieselbeschreiben. In der That sandte sie dann später unter verschiedenen
Von Uutervaz