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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Das Schloß Castels ergibt sich.

1622. Inzwischen begannen die mit der Belagerung des Schlosses Casielsbeschäftigten Prättigauer ernstlich ;n Werke zu gehen und hatten be-reits fünf Oesterreichs getödet. Die Belagerten litten Mangel anWasser, Salz und allen andern Lebensmitteln mit Ausnahme von25. Ap. Fleisch. Montags den 25. April ließen sie den Sohn Jacob Hart-mann's von Luzein, den sie ebenfalls mit sich in das Schloß geschleppthatten, aus demselben über den steilen Felsen hinab, mit einem Briefean Baldiron. Man fing den Boten jedoch auf und das Schreiben, inwelchem sie sofortige Hülfe verlangte», wurde zu Ienaz eröffnet undgelesen. Als man dieß im Schlosse erfuhr, sandte d ie Betazung wegender Uebergabe zu den Prättigauer» und suchte dahiin zu unterhandeln,daß freier und sicherer Abzug mit Waffen und allem Gepäck aus denBünden gestattet würde. Die Prättigauer aber verlangten zehn derersten Offiziere als Geiseln und wollten nur dem gemeinen Manneden Abzug gestatten und zwar nur nachdem er zuerst den Schwur ge-leistet, niemals gegen die Bündner mehr die Waffen zu tragen. DerLandvogt Travers suchte inzwischen die Prättigauer mit Worten zubegütigen und versprach den Oesterreichern, es dahin zu bringen, daßauch die Offiziere auf freien Fuß gestellt würden. Endlich kam mandenn zu nachfolgenden Artikeln:

1) Die vsteireichrsche» Soldaten legen die Waffen nieder, ziehenmit Stäben in der Hand ab und werde» ungefährdet über diebündnerischen Grenzen geführt.

2) Sie schwören niemals wieder gegen die drei Bünde die Waffenzu ergreifen.

3) Sie werden bei dem durchlauchtigsten Erzherzog Leopold Für-bitte einlegen, daß eine Generalamnestie ausgesprochen wird,die österreichische Besazung die Bünde verläßt und Alles inden frühern Stand versezt wird.

4) Anderseits gedenken die acht Gerichte in keiner Weise dieRechte des durchlauchtigsten Erzherzog anzutasten, welche sei-nen Vorgängern und nun ihm von Rechtswegen gebührenund er bis jezt ruhig besaß.

Um des Erzherzogs Zorn in etwas zu mildern, bat der LandvogtTravers, daß den Offizieren alle Waffen, den Gemeinen das Schwertgelassen würde. Man gestattete Beides. Diese Artikel wurden vondem Hanptmann Kenisch und den österreichischen Offizieren einer- undden Prättigauer Hauptleuten anderseits unterzeichnet, und überdieß