Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
346
JPEG-Download
 

346

Die Prättigauer vor Maienfeld.

1622. und Trimmis, sowie am St. Luziensteige in besserer Form vor. DiePrättigauer, Engadiner und Münsterthaler, welche hie und da i» derEidgenossenschaft zerstreut weilten, sammelten sich ebenfalls im Lager.Als die Oesterreichs im Schlosse CastelS sich schon ergebe» hatten,stießen auch die Davoser 'st von den Prättiganern hoch und theuer,kraft des bestehenden Bündnisses beschworen, zu ihnen in die Herr-schaft Maienfeld. Als Hauptmann wählten sie sich den Joh. PeterGuler, die Herrschaft Thüring Enderli und Jacob Täscher. Dannwurde ein Kriegsrath mit ausgedebnter Vollmacht bestellt, dessenPräses der Freiherr Rudolf v. Salis war.

28. Ap. Schon vorher, am 28. April nämlich, hatten die Dragoner Bal-dirons, bei welche» auch einige Bündncr, Verwandte der früherenBandirteu, sich befanden, in das Dorf Zizers einzubrechen versucht,waren aber von dessen Bewohnern, den Prättiganern und Jgisernzurückgeschlagen worden. Ei» Dragoner wurde dabei gctodet undVerschiedene verwundet; auch verlor der Feind drei Pferde.

Freitags kamen die Boten der sieben benachbarten eidgenössischenOrte, welchen die Grafschaft Sargans gehört, nach Ragaz. Es warenJoh. Esther, jünger, des Raths zu Zürich, die Hauptleute AcgidiusFrischherz und Joh. Heinrich Rcdiug von Schwiz, Adam Böniugerund Sebastian Martin von Glarus. Als sie durch Freiherr» Rudolfv. Salis, der mit Andern nach Ragaz hinüberging, in Erfahrungbrachten, wie es den Prättiganern lediglich um den Frieden zu thunwar und von denselben auch um ihre freundschaftliche Vermittlung ge-beten wurde», ordneten sie zwei aus ihrer Mitte, Neding und Martin,sofort zu Reitnauer ab, der zu Feldkirch sich befand, mit dem Gesuch,beiderseits von den Waffen abzustehen und die Angelegenheit in Minnebeizulegen. Reitnauer aber empfing sie mit finsterer Miene und unter-brach, ohne ehrende Titnlatnr, knrzweg ihre Rede. Die beiden Bünde,sagte er, seien mit dem Erzherzog verbündet, die Prättigauer aber inFolge des geleisteten Eides demselben als Unterthanen zu jeglichemGehorsam verpflichtet. Da sie nun ihren Schwur gebrochen, würdendem Hause Oesterreich die Mittel nicht fehlen, sie nach Verdienen dafürzu strafen. Der Bote von Glarus wendete hingegen ein, es habe derErzherzog die Bnndner so zu sagen bei der Gurgel gepackt 'st so daß sie

An hundert Man». Anhörn IV. 5>.

?er sußulum, nt ölcllni', nsiprokenülsso. Ölig.