Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
349
JPEG-Download
 

kleberfall von Fläsch.

349

zog dann Reitnauer noch Zurücklassung etwelcher Mannschaft auf dem 1622.Fläscher Berge ^ mit dem größern Theile der Truppen, es warenungefähr zwölfhundert Mann, den nächsten Weg auf Fläsch zu. Vonden Bewohner» des Dorfes standen dreißig Mann 2 ° an der Schanzebeim Bade, wichen aber vor der Uebermacht zurück. Die Feinde plün-derten das Dorf und brannten es dann auf Befehl Rcitnauers bis aufdie Kirche und das Pfarrhaus nieder,^ welches leztere im MonatSeptember von den Oesierreichern in Brand gesteckt wurde. EinTheil der Truppen machte auf dem vom Dorf eine kleine Strecke ent-fernten Kirchhofe Halt, während Reitnauer selbst in geordneter Schlacht-reihe, unterhalb des Dorfes in den neuen Weinbergen, die Bündnererwartete. Eine andere Abtheilung hielt einige Höhen besezt, um Jene,wenn sie anrückten, einzuschließen, denn man hatte im Einverständnissemit den Oesierreichern zu Maienfeld, von welchen ein Bote angelangtwar, den Plan dahin verabredet, daß die Besaznng aus der Stadtbrechen und die Bündner im Rücken angreifen sollte.

Als die Fläscher im Zurückweichen zum Lager der zunächst liegen- 5. Maiden Bündner eilten, trafen sie zufällig auf die Hauptlente Joh. PeterGnler und Thüring Enderlin und sezten diese von Allem in Kenntniß.

Leztere rafften so viel Mannschaft als ihnen möglich wurde, zusammen,

(es waren ihrer fünfundachtzig, alle bis auf achtzehn, Prättigauer ausdem Castelser Gericht) schärften ihnen streng ein, die größte Stille zubeobachten, bis Gnler das Zeichen geben würde und eilten dann ge-räuschlos auf den Feind zu. Als, bei den Schildivachen angelangt,diese gleich nach Losbrcnnen ihrer Gewehre die Flucht ergriffen, er-hoben auf Befehl Guler's Alle plozlich ein Geschrei und drangen heftigauf den Feind, wobei besonders Gnler und Enderlin, welche zu Pferdewaren, jeden, der sich ihnen entgegensezte, niederwarfen. Die Nach-folger schlugen die Verwundeten mit Keulen todt. An der schmalenUebergangsstelle am Rheine suchte Reitnauer mit einigen Reitern seinVolk von der Flucht zurückzuhalten, aber vergeblich. Einige stürztensich, Schafen ähnlich, kopfüber in den Rhein; Andere erwarteten, ohne

Er hinterließ auch Einigen den Auftrag den St. Luziensteig zurecognosciren; doch regten sich diese aus Furcht nicht von der Stelle.

Zusaz des Vers.

26 Die klebrige» hatten sich zur Bewachung der dortigen Nheinfähreund der Berghöhe vertheilt. Anhörn IV. 55.

27 Achtundfünfzig Häuser, viele Ställe und zehn Keltern, Anhörn a.a.O.