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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Niederlage der Oesterreicher bei Msch.

1622. sich im Geringsten zur Wehr zu sezen, die Hände vor das Gesicht5. Mai haltend, den tödtlichen Keulenschlag. Als Guler selbst sich nahte, dachteReitnauer endlich an die eigene Rettung und entkam auch glücklichdurch eine Furth im Rheine. Wäre Guler's Pferd nicht all zu müdegewesen, um schnell genug über die Leichname wegzusezen und Endcr-lin damit beschäftigt, Einige, welche den Berg hinansklimmten, nieder-zuhauen, Raiinauer selbst wäre ihnen nicht entgangen. Zu erwähnenist, daß in der That, gemäß der stattgehabten Verabredung, zwei-hundert Mann erlesener Truppen und zwanzig Dragoner die StadtMaienfeld verließen und schon ganz in der Nähe des Dorfes Fleischwaren, als sie die Flammen desselben verspürten. Sie hatten auf demWege dahin von Strecke zu Strecke Schildwachen aufgestellt, um vondenselben gewarnt zu werden, wenn ihnen die Vündner den Rückzugabschneiden wollten. Als die Späher auf dem Stadttburm von Maien-feld hie und da auf dem Wege einen Mann mit rothem Wamnis undStiefeln, wie solche von den Bünduern getragen zu werden pflegten,auftauchen sahen, brannren sie in der Meinung es wären Feinde, (inder That waren es aber Oesterreicher in früher erbeuteten bündnerischenKleidungsstücken) ihre Gewehre zu wiederholten Malen auf sie ab.Als die aus der Stadt gerückte Mannschaft diese Salven hörte, nahmsie dieselben als Zeichen auf, daß ihr der Rückweg verlegt würde undkehrte sofort in die Stadt zurück. Von den Feinden fanden »in Treffenselbst dreihundert^ ihren Tod, davon hundert im Rheine. Unter denTodten befand sich Hauptmann Joachim Haßlach von Feldkirch mitseinem Sohne; zwei Lieutenants, wovon der eine von Straßburg ge-bürtig, Namens Georg Pellio, kürzlich zu Feldkirch sich niedergelassenhatte, und andere Offiziere mehr. Von den Bündnern wurde außerDietegen Walthier, welcher durch einen Schuß eine leichte Verlezungan der Ferse erhielt, kein Einziger verwundet. Am meisten zeichnetensich Guler und Enderlin aus, welche über fünfzig Feinde getödet hatten.

Später beobachtete man, daß von einzelnen Leichen die Arme unddrei Finger aus.der Erde ragten.^ Einige glaubten, es mochten die

28 Anhörn sezt sechshundert und sagt es seien lange hernach nochim Nheinsande, in den Weinbergen und im Herrnwalde zu MaienfeldLeichen zum Vorschein gekommen. IV. 57. *

28 „Diese habe ich vielen Ehrlichen Eyd vnd pundtgnossen gezeigctvnd ist vnser ganß regimcndt täglich darfnr, auf vnd nidergezogen vndHabs gestehen vnd bezeuget noch heut bevtag." Anhörn IV. 58.