Belagerung van Cur.
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Kinnbacken so anschwoll, daß er verschiedene Tage hindurch nichts 1622mehr kauen konnte. Um die nämliche Stunde, in welcher die Spanierauf dem Hofe mit dem Begräbniß beschäftiget waren, rühmte sich einerderselben, er sei vor den Lutheranern jezt sicher, als ein Schuß ihn indas rechte Ohr traf und seinem Leben ein Ende machte. Hieher gehörtnoch ein wunderbarer Zufall, welcher kurz vorher in der Stadt vor-gekommen war. Ein Gemeiner aus der Compagnie Gallo's vonNeapel, hatte Jacob Hiß, einem Katholiken, der auf dem bischöflichenHofe wohnte, bei der Ziegelbütte die Axt aus der Hand gerissen undihn damit erschlagen. Er wurde durch Camill v. Mont in's Gefängnißgesezt und zum Strange verurtheilt. Auf seinem Gange zum Galgenschlug er das Kreuz, welches er in den zusammengebundenen Händentrug, dem Priester so heftig auf den Kopf, daß eine starke Wunde dieFolge davon war. Einen in der Nähe stehenden Soldaten verlezte esebenfalls. Bereits gehängt, fiel er, weil der Strick riß, wieder zurErde. Alle glaubten ihn todt, aber plözlich erhob er sich wieder undmachte den Versuch zu entfliehen. Und obschon Einige zu seinenGunsten sich in's Mittel legten, weil er die festgesezte Strafe bereitserlitten hätte, verweigerte ihm Camill v. Mont jede Verzeihung, weiler einen Priester geschlagen. An den Pfosten des Galgens gebunden,empfing er vierundzwanzig Flintenschüsse und doch wurde er lebendnoch losgebunden, worauf ihn der Scharfrichter, wie er so am Bodenlag, durch ein um den Hals geworfenes Seil mit größter Mühe end-lich erdrosselte.
Zu den Gefahren, welchen die Belagerten in der Stadt ausgeseztwaren, kam noch großer Mangel an Lebensmittel unter den Soldaten.
Korn, das ihnen nur karg zugemessen wurde, kochten sie in Wasser ab.
Die Jtaliäner kauften das Pfund Pferdefleisch um vier Bazen.
Kurz vorher, am 3. Juni nämlich, starb zu Cur Johann Ponti-sella, im Alter von siebenzig Jahren. Er war ein sehr gelehrter Mann,welcher einige Jahre vor seinem Tode folgendes Distichon als In-schrift seines Grabsteins (er war der lezte seines Geschlechts) dichtete:kontisells suso oociäit lux ultims Keutis,
6nrta Isela tulit: 6»ria moests tulit. ^
63 Pontisella starb als der Lezte seines GeschleLts;
Froh war die Curie drob, traurig darüber war Cur. A. v. F.Offenbar deutet der lezte Vers auf die verschiedenartigen Empfin-dungen, mit welchen sein Tod von den Katholiken, im Gegensaz zu der