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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Belagerung der Stadt Cur.

1622. Andern in die der Stadt zunächst gelegenen Weinkeltern gesandt, umüber die Absichten des Feindes Erkundigungen einzuziehen. Sie fan-den, daß dort ein große Sicherheit darbietendes Lager angelegt wer-den könne, was denn auch am Sonnabend ausgeführt wurde. DieSpanier hatten außerhalb des untern Thores das Haus eines Töpfersin Brand gesteckt und da ein heftig wehender Nordwind die Asche indie Stadt trug, konnte dieselbe von den Bürgern nur mit der größtenMühe gerettet werden.

Inzwischen verhandelten mittelst Boten der Oberanführer Rudolfv. Salis und Guler über einen Angriff gegen die Schanze ob dembischöflichen Schlosse. Unter dem Versprechen einer besondern Grati-fikation wurde dann der Auftrag dazu in der Sonntagsnacht des 11.ii. Juni Juni einiger Mannschaft ertheilt, welche mit großem Geschrei vomMittenberg auf die Schanzen herabstürzte, während allenthalben indem rings um die Stadt gelegenen Lager Allarm geschlagen wurdeund gleichzeitig Guler auf der andern Seite der Stadt die Feindedurch Schmettern der Trompeten noch besonders so in Schrecken sezte,daß sie ohne Waffen und Hüte in die Stadt flohen. Als die Bündnerdas Wasser der Mühlbäche abzuschlagen eilten, fanden sie, daß dieNatur selbst ihnen in die Hände gearbeitet und eine aus dem nächstenTobel hervorgebrochene Rüfe, denselben eine andere Richtung gegebenhatte.

Von den durch sie nun besezten Schanzen aus beunruhigten dieUnsern den Feind theils in der Stadt selbst, theils auf dem Walle beimuntern Thore, wo unter Andern auch ein Korporal siel, auf mannig-fache Art. In der Stadt wurde Maria, Tochter Peter's de Furno, amKopfe verwundet und kam nicht mehr aus. Niemand konnte mehr mitSicherheit über die Straße gehend denn das in die Stadt geschleuderteFeuer schreckte Feinde und Bürger in gleichem Maße. Als die Spaniereinen an seinen Wunden Verstorbenen zum Begräbniß in die Dom-kirche führten, und Einer aus dem Geleite, die Wachskerze in der einenHand, und mit dem Finger der Andern den auf der Höhe außerhalbder Stadt stehenden Bündnern drohend, das Schimpfwort, „gehörnte,lutheranische Böcke" ausstieß, traf es sich, daß er in demselben Augen-blicke von einer Kugel im Gesichte verwundet wurde, wodurch der

62 Mehrere Reiter wurden auf der Gasse erschossen und vom Mitter-berg her schlug eine Kugel in das Innere des Nathhauses, gerade alsder Rath beisammen saß. Anhörn IV. 76.