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Beschwörung des Bundsbriefs.
IN22. (Compagnien auf den Beinen. Es waren auch Befehle ertheilt worden,alle Pässe fleißig zu bewachen.
Der Bnndsbrief wurde zu Eur vor den Boten der drei Bündeöffentlich verlesen und das Bündniß selbst, wie bemerkt, nach feier-a. a»u licher Sitte und Uebung beschworen, dann Sonntags den 3. Julidarauf von allen Gemeinden ebenfalls öffentlich bestätigt. Die Ober-engadiuer, Bregeller und Puschlaver, jenseits der Berge, und demFeinde am Nächsten, baten mit dem Eidschwnr einstweilen verschontbleiben zu dürfen, um Jenen keinen Verwand zu geben, sie zu über-fallen. Im Uebrigen versprachen sie alle Treue und Ergebenheit.Auch der Bischof von Eur wurde darum angegangen, nach der Sitteseiner Vorgänger, welche in den Bundsbriefen zuerst genannt werden,den Eid auf den Bnndsbrief zu leisten, entschuldigte sich aber damit,daß. dieses nicht in seiner Macht liege, ohne vom Papste die Erlaubnißvorher dazu erhalten zu haben.
Auf dem nämlichen Bnndstagc wurde ein Schreibe» an den Erz-herzog Leopold verfaßt, in welchem die tirannischc HandlungsweiseBalrirons und des österreichischen Kriegsvolks und wie Jener wederVerträge noch Geseze geachtet, weitläufig nachgewiesen wurde. Manbat den Erzherzog das Unterengadin und Münsterthal den Bündnernzu erstatten und versprach unserseits die Erbeiniguug beobachte» unddie Seiner Durchlaucht rechtmäßig zustehenden Befugnisse keineswegsanfechte» zu wollen. Auch an den Herzog von Feria wurde um Er-stattung des von ihm eroberten Gebiets geschrieben, und auch ihmwurde ebenfalls gute Freund- und Nachbarschaft angetragen.
Der Erzherzog Leopold eben aus dem Elsaß in Konstanz amBodensee angelangt, kam am 18. Juni nach Bregenz, um über Allessich genauer zu unterrichten. Raitnauer soll damals Krankheit vor-geschüzt haben, da der Erzherzog wegen des Übeln Verlaufs der Sache,ikm nicht sonderlich gewogen zu sein schien. Jener aber schob alle Schuldauf die Muthlosigkeit der österreich.scheu Unterthanen. Hierauf kamder Erzherzog nach Feldkirch, wo die österreichischen Hauptleute, umden Beweis der Feigheit deS Landvolks zu liefern, Allarm schlugen,als ob die Prättigauer im Anzug wären. Und in der That ergriff dieauf der Schanze beim Dorfe Tiffis in der Nähe Felkkirchs aufgestellteMannschaft, sogleich znm größten Theile die Flucht. Dieß war dieEntschuldigung der Kriegsführer. ChristesOerber, einst Bürgermeisterzu Hall und österreichischer Rath, welcher dermalen im bündnerischen