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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Tagsazung zu Baden.

1622. welche eS denn gewesen sei, wußten sie dieselbe begreiflich nicht zunennen, denn es war eine freche Erfindung. Die bündnerischenBoten, unter denen auch Job. Anton ä Marca, ein Katholik, derAlles genau wissen mußte, sich befand, widerlegte» weitläufig allediese Lügen und frugen Jene in Gegenwart mehrerer katholischenBoten (die Sache wurde meist nur im Privatgespräche erwähnt),wo denn der Cultus der katholischen Lehre gehindert worden, welchePriester verjagt, welche Kirchen geplündert und wo endlich den Katho-liken etwas in den Weg gelegt worden sei ? Jene wußten darauf nichtsAnderes zu erwiedern, als daß ihnen die Sache von Hörensagen be-kannt geworden. Zulezt wurren die Eidgenossen von den Bündncrnersucht, auf Kosten des unrechthabenden Theiles Ewige in die Bündezu senden, welche über Alles genaue Auskunft hinterbringen sollten.

Zu Laden befand sich auch der französische Gesandte Gneffier,welchen die bündnerischen Boten Auftrags der Ihrigen um Rath undHülfe angingen. Es machte derselbe abermals sichere Hoffnung aufVollziehung des Madrider Vertrags und versicherte, der allerchrist-lichste König dringe darauf, daß derselbe Wort für Wort ausgeführtwerde, — aber der Papst und die italienischen Fürsten wollten einmalim Veltlin keine andere -Lehre als die katholische dulden und auch diekatholischen Eidgenossen verlangten, daß bevor sie den Vertrag ge-währleisteten, für die Sicherheit ihres Glaubens genügsame Sicherheitgeleistet würde. Deßhalb müßten die im November 1620 zu Jlanz fest-gesezten Artikelzur Ausführung gelangen. Auch auf einen Waffen-stillstand drang Gneffier. Alles dieses wurde »ach der Rückkehr derBoten von ihnen getreulich dem bündnerischen Bundstage mitgetheilt,sowie auch, daß sie auf Gueffiers Verlangen gern ihre Zustimmunggegeben hätten, wenn es in ihrer Befugniß gelegen hätte. DerBürgermeister Meyer begab sich von Baden nach Aarau, wo die evan-gelischen Eidgenossen später versammelt waren und sprach sie um ihreHülfe an. Dann ging er in das Wallis, das tausend Mann erlesenerTruppen antrug. Die Frage betraf lediglich die Unkosten.

Da die Oberbündner und die vom Gotteshause ihr Vvlk immernoch nicht vollständig beieinander hatten, so gingen einige Tage un-nüzer Weise verloren und drr Feind gewann dadurch Zeit seine Kräftezu sammeln. Joh. Peter Guler, in Folge von Ueberanstrengung und

" Liebe oben S. 215 — 219.