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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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578
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578 Versuch die Span. üb. d. wahren Stund der Dinge aufzuklären.

>628. Doctor Jacob Schmid von Grüneck stand schon seit vielen Jahrenmit Joh. Maria Vertemann von Plurs, Einwohner von Genua, infreundschaftlichen Verhältnissen. Sie hatten öfters über Bündner undBeltliner Angelegenheiten Briefe mit einander gewechselt. Vertemannstand der Zutritt zu Don Sancho dc Monroy und Zuniga, Marchesedc Castancto, dem spanischen Gesandten zu Genua, stets frei und er sollden Wunsch geäußert haben, ihn über die bündnerischen Rechte zu demZwecke zu belehren, um es an den spanischen Hof einzuberichten. Diebündnerischen Räthe wurden hievon in Kenntniß gesezt und im MonatMärz darauf reiste Doetor Schmid unter dem Vorwand von Privat-geschäften, mit Kaufleuten von Crololauzia " (er hatte auch in derThat mit diesen Verkehr) nach Genua ab. Sein Auftrag giug, wieman sagte, dahin, die Diener des Königs von Spanien, mit denen erzusammenzutreffen vermöchte, über die bündnerischen Gerechtsame auf-zuklären und die Verläumdnngcn der Veltliner zu widerlegen, damitdas gemeinsame Wohl des Vaterlandes befördert würde, in derThat aber geradezu die Erstattung der Unterthancnlandc zu betreiben.Auf dem Rückwege traf er zu Pavia mit Gonsalvo zusammen, der kürz-lich eben zum Statthalter von Mailand ernannt worden war und dieß-fällige Glückwünsche von den Bünden erhalten hatte. Von ihm unddem Großkanzler Ant. Ferraris zu Mailand und auch dem GrafenGiov. Serbelloui brachte er freundschaftliche Versicherungen mit. In-zwischen zogen, auf Erlaubniß der Bünde, für das Regiment Schauen-burg sechzig Kisten Schießgewehre durch bündnerisches Gebiet in dasHerzogthum Mailand.

Montags den 17. April kam Bcrnardo Mazzoni von Worms mitdem Magister Hector Veltino, Notar, nach Cur und legte den Bündenein Schreiben der Wormser, die Wahl des Podest« betreffend, vor.Dasselbe wurde jedoch uneröffnet zurückgegeben, weil, abgesehen vonandern Gründen, die nöthige Titulatur (Padroni) fehlte. DerselbeMazzoni brachte auch einen Brief an den französischen Gesandten, derTags darauf am 18. April antwortete und von ihnen vielerlei zuwissen verlangte. Erstlich unter wessen Namen und Autorität beiihnen die Civil- und Criminalgerichtsbarkeit sammt der Polizei ver-waltet, Beschlüsse und Landesverweisungen (brmnoZ erlassen würden?Ob sie dieß nicht, in Beobachtung der alten Geseze und Statuten

" 6um mero»iorib»s tlrololanris im Original.