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Und senden hiezu Gendsdarmen in das Veltlin.
genommen haben), obschon der Lehenzins bezahlt worden war, aufandere Personen, die bisherigen Inhaber als hiczu unfähig erklärend.Auch der Grund, daß am 10. December 1551 der Oberst Herculesv. Salis und andere Evangelische vom Bischof von Como selbst mitverschiedenen Lehen investirt worden seien, vermochte ihn nicht vonseinem Vorhaben abzubringen. Die Trivulz'schen Güter, welche allendrei Bänden gehören, sowie das Fischereirecht im See von Mezzola,wollte er ebenfalls für die bischöfliche Tafel in Anspruch nehmen, wiedenn cm 16. Juni der Syndicus Cesare Adda den Console's derGrafsckast Cläven unter Androhung einer Buße von fünfhundertGulden und der Aussicht auf Excommunication, den Befehl zugehenließ, sich mit den gedachten Gütern zu investiren, was dieselben jedochzu thun sich weigerten.
Gegen Ende des Monats Mai führte Oberst Ulysses v. Salis eineCompagnie von zweihundert Bündnern in den Dienst des Königs nachFrankreich.
Die spanische Parthei im Veltlin erreichte dann endlich, was sieseit längerer Zeit schon von Gonsalvo verlangt hatte, daß nämlich am1. Juni zwölf berittene Gensdarmen in das Veltlin geschickt wurden,angeblich um die Behörden bei ihrem Ansehen zu schüzen, in der Thataber um Kriegsvolk vom Durchpaß auf venetianischeS und mantua«nisches Gebiet abzuschrecken. Gonsalvo soll fünfhundert Gulden zuihrer Unterhaltung bezahlt haben.
Scnntags den 11. Juni stieß der Marquis Lenoncourt, der mitzwei Edelleuten und einem Diener durch das Veltlin kam, unweitStazzona auf diese Gensdarmen und kam mit ihnen in's Handgemenge,weil sie verlangten, daß er zu Tirano zurückbleiben sollte. GiovanniPietro Camparino, einer der Gensdarmen, wurde getödet und MelchiorCasato so schwer verwundet, daß er wenige Tage darauf starb. Lenon-courts Diener erhielt eine Wunde am Schienbein und wurde gefangengenommen, später jedoch sammt dem Gelde seines Herrn in Freiheitgesezt. Einer der Gefährten Lenoncourts, der ein ziemlich trägcSSaumroß von Puschlav her ritt, bestieg darauf das Pferd eines Gens-därmen, sandte dasselbe jedoch später aus dem Venetianischen wiederzurück. Tags darauf verließen die Gensdarmen ebenfalls das Veltlin.
Da beinah täglich und ohne Erlaubniß der Behörden Truppenin nicht geringer Anzahl durch die Bünde zogen, ziemlich Viele wiederunter den Genuesern Luigi Torre, Modötsch und Andern mehr durch