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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Schreiben des Königs von Frankreich.

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Briete des Königs. Der eine war vom Dorfe Aitre, im Lager von 1628.la R.ochelle, vom 12. Mai datirt und besagte, ,daß der König .ohneUnterlaß an allen geeigneten Orten (er hatte Lurch den Marquns deRanubouillet und den Grafen de Fargis-Rochepot, seine Gesandten,beim König von Spanien auf die Erläuterung der Monsoniscken Ar-tikel gedrungen) eifrig sich bemüht, daß die zwischen den Bündmevnund den Veltlinern über den wahren Sinn der genannten Artikel ent-standenen Zweifel und Schwierigkeiten in beiderseitiger Uebereinstiin-' mumg geboben würden; da ihm dieses aber nicht auf diejenige Weisegelumgen sei, wie er es wünschte, habe er beschlossen von sich alleinaus, in guter Treue und Aufrichtigkeit, den wahren Sinn und Inhaltder Kapitulation zu Monsonio zu erklären und offen seine Absichtenbezüglich der Veltliner Angelegenheit den Bündnern durch seinen Gc-j sandten Mcsmin mitzutheilen und er habe die Ueberzeugung gewonnen,

? daß diese Mittheilung die Bündner zufrieden stellen werde. Sollteübrigens von dem benachbarten Kriegsvolk etwelche Gefahr drohen,obschon er nicht glaube, daß dasselbe irgend welche Feindseligkeitenverstrichen werde, so möchten sie auf ihrer Hut sein und von dem Rathe; seines Gesandten Gebrauch machen. Er versprach auch Hülfe, fallsj solche i» Gemäßheit des Bündnisses verlangt würde und sprach in^ dieser Weise gnädig seine königlichen Wünsche aus. Das zweite! Schreibe», vom nämlichen Orte aus, unter dem 10. Juni datirt, ent-

j hielt eine Bestätigung des Erster» mit dem Beifügen, bei seiner Ucber-

gabe durch den bündnerischen Gesandten Molina, werde der königlicheGesandte Mesmin gleichzeitig die Absichten des Königs betreffs derVeltliner Angelegenheit aussprechen und er hoffe die Bündner würdenmit dem dießfälligen Auftrage, den er seinem Gesandten schicken werde,zufrieden sein, wie derselbe es auch in der That nicht anders verdiene.

Die Zahlung der Pensionen werde pünktlich erfolgen. Leztlich drückte, er sein Wohlwollen in freundschaftlichen Worten aus.

Am nämliche» Tage erschien dann der Gesandte Mesmin vor demBundstag und ließ sich des Breitern über das Wohlwollen des Königsaus, der die Pflicht eines Restaurators und Protectors der Bünde über-nommen habe auch thatsächlich und fortwährend leiste. Er beklagte sichdann über die Hindernisse, welche man dem Durchpasse des Kriegsvolksfür Venedig und den Herzog von Mantua, den Freunden seines Königs,in den Weg lege; während er doch den 15.Juni jüngsthin, vordem! Verbot, dieses einigen Gliedern des Staatsrathes mit klaren Wollten