5M Anknüpfungen zur Wiedererneuerung der Erbeinigung.
1625. da säe nichts außer Auge gelassen hätten, zu dessen Leistung sie gegen-über Ihrer allerchristlichsten Majestät verpflichtet gewesen wären. End-lich, fügten sie noch hinzu, würde der Paß durch die Bünde nach wievor für die französischen Edelleute und Läufer, welche im Dienste desKönigs nach Frankreich oder Italien reisten, offen bleiben.
Bei Gelegenheit dieser Sizung wurden dem Volke auch einige Ar-tikel über Kirchenzucht und ernstliche Buße und Bekehrung vorgeschlagenund dasselbe zur Frömmigkeit, Gerechtigkeit und Mäßigung ermähnt.Der Erneuerung der alten Erbeinigung stimmten alle Gemeindenübcrein. Den Anlaß zu dieser Verhandlung gab folgendes. ResidentIhrer kaiserliche» Majestät in Frankreich war Mathias Vertemann,Sohn Carl Vertemann's zu Plurs. Es Pflegte derselbe öfters mitden bündncruchcn Gesandten über vaterländische Angelegenheiten zusprechen und äußerte sich dem Ritter Molina gegenüber, daß die Er-neuerung der Erbeinigung von höchster Wichtigkeit wäre. Molinaantwortete, wen» es in klaren und einfachen Worten geschehen könne,glaube er, daß die drei Bünde es ebenfalls sehr wünschten. Daraufging Vertemann nach Prag zum Kaiser und schrieb von dort aus einensehr freundschaftlichen Brief an die Bünde, des Inhalts, er habe mitzuverlaßigen Bürgern über die Erneuerung der Erbeinigung ge-sprochen und finde nun auch in der Person des Kaisers selbst undseinen Räthen den besten und freundlichst entgegenkommenden Willendazu; auch sei im Rathe Ihrer kaiserlichen Majestät unterm 8. Julibeschlossen worden, daß, wenn die Bünde etwas in dieser Art wünschten,sie ihre Gesandten an den kaiserliche» Hof schicken sollten, wo dieselbengeneigtes Gehör finden würden. Vertemann versprach eine Abschriftdieses Beschluffes auf seiner Reise nach Frankreich bis Lindau mit-zunehmen, wo er es Jemand einhändigen würde, den wir dahin zusenden härten. Da nun einem zuverläßige» Gerückte zu Folge beider Theilung des Gebietes dem durchlauchtigsten Erzherzog Leopoldunter Andern» auch die Grasschaft Tirol nebst den vier Herrschaftendiesseits des Arlbergs am Bodensee, welche in der frühern Erbeinigungbegriffen waren, zufiel, beschloß der Bundstag den Fortunat v. Juvaltnach Innsbruck zu senden, um sich über Alles zu erkundigen und an-.»fragen, ob man das Unterengadin und die acht Gerichte von demr euen Tractat ausgeschlossen wissen oder überhaupt irgend welcheAenderungen eintreten lassen wollte. Bei den drei Bünden war esster Entschluß, mit Gottes Hülfe vereint und unzertrennlich mit ein-