Gesandtschaft Fort. v. Juvalt's nach Innsbruck. 595
ander zu leben oder zu sterben. Als Juvalt im Monat September 16 LS.nach Innsbruck kam, befand sich der durchlauchtigste Erzherzog zuSalzburg, Lintner aber, der Hofkanzler, zu Wien. Er besprach sichdemnach mit dem Freiherrn von Bemmelberg, dem die meisten Ge-schäfte übertragen worden, sowie andern Räthen. Bemmelberg erklärterund heraus, der Erzherzog Leopold sei absoluter Herr der GrafschaftTirol und der vier Herrschaften diesseits des Arlbergs und deßhalbnicht vonnöthen, daß sie mit Jemand Andern, ^ u, Unterhandlungenträte». Hieraus vermochte Juvalt weder zu entnehmen »och zuriechen daß sie eine Sonderung oder Ausschließung der gedachtenGerichte von den beiden anderen Bünde», noch überhaupt welche Ver-änderungen beabsichtigte».
Während Juvalt sich noch zu Innsbruck befand, sandte» die Velt-liner Hippolyt Venosta ebenfalls dahin, damit keinerlei Verhandlungenzu ihrem Nachtheile stattfänden. Im nämlichen Monat Septemberordnete der bündnecische Bundstag auch den Doetor Jacob Schund anden Statthalter von Mailand ab, der dazumal gerade mit der Bela-gerung von Casale beschäftigt war. Ihm schloß sich als ReisegefährteBenedetto Corte, genannt Franzino, von Gravedona an, dessen Diensteder Gras Serbelloui in dieser Angelegenheit benuzte und der deßhalböfters nach den Bünden, Mailand und in das Lager ging. Uebrigenshieß es wieder, die gesammte Sache sei Spanien anheimgestellt und erbrachte außer guten Worten nichts heim. Im Volke ging das Gerücht,das besezte Gebiet werde unter gewissen Bedingungen zurückerstattetund der König von Spanien als Vermittler zwischen den Vündnernund Veltlinern für seine gehabte Mühe und Arbeit Leu Durchpaß inAnspruch nehmen. Auch hieß es, der Frater Reginald, ein Domini-camr am Hofe (früher ein Bündner von Cnr, führte er den NamenMartin Gautner) suche die königlichen Räthe in Spanien dahin zubewegen, daß der König das Veltlin und die beiden Grafschaften er-steche und die Kapitulation von Monsonio aufhebe, dann aber mit denBü.rdnern ein Bündniß schließe, hauptsächlich wegen der Leichtigkeitund Bequemlichkeit des Transits, da die Bündner verschiedene sehrbetretene Bergpässe hätten. Als solche wurden genannt derjenigedurch das Münsterthal und über den Nmbrail nach Worms; durch das
24 Dem Kaiser.
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