598 Schreiben des Königs von Spanien an die Veltliner.
1828. so will Ich anmit dieselben (wie es auch bereits früher geschehe») vonNeuem in Meine Protection aufgenommen haben, damit ich vollständigerfülle, was in den gedachten Artikeln enthalten ist und zwar in derArt und Weise, daß Ich die Verpflichtung übernehme, sie zu hüten,zu bewahren und zu vertheidigen; daß Ich durchaus keine Beunruhi-hungen, Veränderungen oder Rechtsnachtheile, welche es auch seien,gegen das Veltlin und die Grafschaften dulden werde. Und es istMein Wille, daß dieselben in allen Stücken und auf ewige Zeiten derWohlthat des Monsonischen Tractats sich erfreuen, zu dessen Ausfüh-rung und Vertheidigung Ich meine Kräfte und Waffen anzuwendengedenke. Zu diesem Ende hat der Statthalter von Mailand von Mirden Auftrag erhalten, dem Veltlin und den beiden Grafschaften dieAusfuhr von jährlich dreitausend Säcken Getreide, frei und ohne Zollzu gestatten. Und in fortwährender Bethätigung der Zuneigung,welche Ich für die Veltliner hege und von dem Wunsche für ihreRuhe geleitet, habe Ich es für zweckmäßig erachtet, ihnen einen Theildes Tributes, welchen sie in Gemäßheit der Monsonischen Artikel denBündnern zu erlegen haben, beizusteuern, wobei sich von selbst ver-steht, daß dieses für alle Zeiten zu gelten hat, während welcher dasThal und die Grafschaften zur Zahlung verpflichtet sind. Damit dieNiederlassung der Kezer im Veltlin und der Grafschaft Cläven, inGemäßheit der von Ihrer Heiligkeit verfaßten Monsonischen Artikelunterbleibe, habe Ich anbefohlen, daß eine förmliche dicßfällige Erklä-rung erlassen werde und man für Contraventionsflille auf die geeig-neten Mittel bedacht sei. Später wurde Mir zur Kenntniß, daß dieGrafschaft Cläven durch ein öffentliches Edict sich von den Kezernbefreit habe. Man hat das fernere Ansuchen gestellt, es mochte derStatthalter von Mailand zur Einführung der Inquisition, als demwirksamsten Mittel für die Beobachtung der katholischen Religion be-hülflich sein. Ich habe beschlossen, daß Mein Gesandte zn Rom es ander nöthigen Sorge nicht fehlen lasse, alle für das Thal und die Graf-schaften möglichen Folgen überwache, namentlich um keine Neuerungenaufkommen zu lassen, welche zu Unruhen den Verwand geben können,da der Ordinarbischof seine Jurisdiktion hat und wieder die Inquisitiondie ihrige. I» diesem Sinne mag die Sache ihren Fortgang haben.Was die Truppen betrifft, welche die Boten von Seite des Statt-halters in Mailand zu dem Zweck abgeordnet wünschen, um derObrigkeit des Thales und der Grafschaften behufs Erhaltung einer