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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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599
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Schreiben des Königs von Spanien an die Veltliner. 599

guten Ordnung zur Seite zu stehen, so ist dieses bewilligt. Doch hege 1638.Ich die Hoffnung, daß das Thal und die Grafschaften die nöthigeMäßigung bewahre» und weder direct noch indirect den MonsonischenArtikeln zuwiderhandeln werden. So befehle Ich es und es ist MeinWille, daß dem pünktlich nachgekommen werde. Und dieß Alles habeIch mit Liebe gethan, wie Ihr es genauer durch Mio Besta undAndrea Torello erfahren werdet, welche fleh ebenso klug als eifrigzeigten und es verdienen, daß man ihnen dafür gebührende Rechnungträgt, was Ihr Euch merken mögt^. Seid überzeugt, daß Mir euereAngelegenheiten, wie recht und billig, am Herzen liegen werden."

Schon vor einiger Zeit hatten die Veltliner den Wein mit einemAusfuhrzoll belegt. Das Nämliche thaten die Clävner, indem sie jedenSaum mit drei Bazen belasteten. Am 29. October legten sie auch einenZoll auf die Kaufmaunswaare, wie es zur Zeit des Marchese di Bagnoder Fall war. Am 1. Januar 1629 wurden dann die Zolleinkünste zuCläveu um jährlich fl. 5000 an Giov. Paolo Beccaria verpachtet.

Im nämlichen Monar October 1628 bestätigten die Veltliner inihren sogenannten Sessionen, einige frühere Beschlüsse und sezten fest,daß die Evangelischen innerhalb zwei Jahren alle ihre unbeweglichenGüter verkaufe» müßten, ansonst solche dem Fiscus verfallen wären.

Die Güter der Abtrünnigen «nx six sie nannten, wurden schon da-mals confiscirt. Inzwischen waren bäufige Mordthaten, Raub undPlünderung im Veltlin, hauptsächlich in der Sqnader Trahona undder Grafschaft Cläveu, an der Tagesordnung. Gegen die Thäter, ob-schon sie mehr als bekannt waren, wurde gar nicht eingeschritten.

Am 10. November war wieder der Beitag beisammen und am näm-lichen Tage langte der Oberst Rud. v. Schanenstein aus Lyon in Frank-reich zu Cur an, nachdem er zulezt »och aus der Besazung zu Lyon vonIhrer allerchristlichsten Majestät eine Compagnie von dreihundert Bünd-nern für seinen Sohn Thomas erhalten halte. Am 15. Januar 1629kam auch Oberst Andreas Brügger, ebenfalls aus Frankreich zurück;ihm war der nämliche Auftrag geworden, die bündnerischen Angelegen-heiten in Frankreich zu vertreten, wobei er sich mit Eifer und Sorgfaltdemselben unterzogen, und bei dieser Gelegenheit auch von Ihrer aller-christlichsten Majestät den Ritterschlag erhalten hatte.

33 lloc intelllgers cupio. Original.

kelapsi im Original. Ohne Zweifel die evangelisch gewordenenEinwohner.