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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Die Kaiserlichen am St. Luzi«nsteig.

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eitel und lächerlich und nur von Ueberwollenden erfunden, um sie zu 1629.umstricken und ihrer Freiheit zu berauben. Auch erklärte er, jedeHandlung von ihnen in anderem Sinne würde für seinen König eineBeleidigung sein; ohne Zweifel überzeugt, daß die Kaiserlichen gegendie unter des Königs Schuz stehenden Bünde nichts zu unternehmenwagten und Einige glaubten auch, wenn sie etwa nach Italien gedäch-ten, würden sie den Weg durch das Münsterthal nehmen; zu Alle demhielt der Gesandte den Frieden in Italien deßhalb für ungefährdet,weil bereits von Unterhandlungen durch Gesandte über Abtretung vonGcbietstheilen an Savoyen verlautete.

Donnerstags den 24. Mai kam Ludwig von Hamel, ein Ver-trauter des Schazmeizers Martin von Lyon nach Cur mit einer Geld-summe, (es waren ungefähr dreißigtausend französische Livrcs), welchezu dem Zwecke bestimmt schien, die Bündner zur Annahme der vomKönige ausgegangenen Erläuterung des Vertrags zu Monsomo zubestimmen.

Samstags den 26. Mai langte Nachts um 12 Uhr ein Bote vonSeite des Hauptmanns Joh. Jacob Broch von Feldkirch, aus demSchlosse Guttenberg, mit einem Schreiben zu Cur an, welches unterdem Datum, Wien den 18. April, von Ihrer Kaiserlichen Majestätan die drei Bünde gerichtet war. Graf Alvic v. Sulz halte einenBrief an die bündnerischen Rathsboten beigeschlossen, des Inhalts, siewürden zwei Schreiben des Kaisers erhalten, von welchen das eine ansie selbst, das andere an die Eigenossen gerichtet sei; Leztcres möchtensie weiter befördern. Dann fügte er noch hinzu,obschon in diesemkaiserlichen Schreiben gesagt wird, es werde der Graf Merode mitEuch über den Durchpaß nach Italien unterhandeln, hat derselbe, demdie gesammte Sorge für das Heer obliegt und welcher dieses ohneNachtheil nicht verlassen kann, gewünscht, daß r eh wegen des Durch-marsches mit Euch spreche, was ich ihm, der in Diensten des Kaiserssteht, unmöglich abschlagen durfte. In Folge dessen ersuche ich Euchnun, auf Morgen, Sonntags den 27. Mai, einen hinreichend Bevoll-mächtigten an die Grenze beim St. Katharinenbrunnen zu senden,damit ich demselben meine Aufträge näher zu bezeichnen vermöge."

Da die Nachricht über die Ankunft der Truppen bereits frühermitten in der Nacht nach Cur gelangt war, kamen die daselbst befind-lichen Glieder des bündnerischen Rathes beim französischen Gesandtenzusammen und man beschloß drei Männer, (es waren der Bürger-