16 Bündnerische Boten werden ihnen entgegen gesandt.
1629 . nieister Christoph Lehner, Oberst Andreas Brüggcr und der königlicheDollmetsch Joh. Paul) mit einem Schreiben des Gesandten an denGraf v. Snlz (man wußte von ihm nur, daß er sich bei dem Heere be-fand, den obersten Anfübrer kannte man nicht) zu senden, des Inhalts:„Da der Gesandte erfahren hätte, daß ein Heer an der bündnerischenGrenze stehe, seze er den Grafen in Kenntniß, daß die Bünde unterdem Schuze und im Bündniß mit seinem Könige stünden, weßhalb ererwarte, daß man ihr Gebiet nicht betreten und sich jeglicher Feind-seligkeiten enthalten werde."
Das kaiserliche Schreiben enthielt eine kurze Darstellung desMantuaner Streites und besagte, daß der Kaiser, als Lehnsherr, be-hufs Aufrechthaltung seines Ansehens sich gezwungen gesehen habe,unter der Anführung des Grafen Joh. Merode ein Heer nach Italienzu schicke». Deßhalb bitte er um den Durchpaß und nm Lieferungvon Proviant zu mäßigen Preise». Noch fand sich hinzugefügt, esstehe dieses Gesuch im Einklänge mit den Verträgen und Kapitula-tionen zwischen dem Kaiserreich und den Bünde», insbesondere aberauch mit Demjenigen, was zwischen Lezteren und dem durchlauchtigstenHause Oesterreich vor vielen Jahren festgesezt worden; ebenso endlichgründe dasselbe sich auf Verträge zwischen einigen Rcichsfürsten inItalien und den Bündnern. Man möge Seinem kaiserliche» Wortevertrauen, daß keine Hinterlist zu Grunde liege, noch den Bündnernirgend ein Nachtheil zu bringen die Absicht walte, sondern es geschehedieß lediglich um den Frieden herzustellen und den streitenden Par-theien ihr Recht angedeihen zu lassen. Nach Stillung der Unruhe»würden die Pässe wieder frei gegeben und zur Verfügung der Bündnerstehen. Endlich sagte er noch, er würde dieses Verlangen früher ge-stellt haben, wen» die drohende Gefahr es gestattet hätte, und er vonihren guten Dienste» nicht zum Voraus überzeugt gewesen wäre.Leztlich versicherte er sie seiner kaiserlichen Gewogenheit.
Von gleichem Inhalte, mntatis mutandis, war das kaiserlicheSchreiben an die dreizehn Orte der Eidgenossenschaft, welches dernämliche Hauptmann nach Cur brachte, von wo es an den Ort seinerBestimmung abging.
Die drei bündnerischen Abgeordneten eilten dem St. Luziensteigund Schloß Guttenberg zu, aber es war schon sieben Uhr Morgens,als sie die Wiesen am St. Catharincnbrunnen erreichten, wo dasHeer (die Nachhut wurde von Mathias Gallas, Generalwachtmeister