Tagsazung zu Bade»,
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Unterzeichnet und gesiegelt durch den Erzherzog Leopold, CasparSayn, Domdecan zu Cur und Bevollinächtigten des Bischofs, undden bündnerischen Boten Johann Simeon Florin, Luzius v. Monr,Gregorius Meyer, Fort. v. Juvalt, Meinrad Buol und Joh. Zeuch.
Als der Hofmeister des französische» Gesandten, Blaise Ehaute-loup, aus Frankreich heimgekehrt, mit freiem Geleite versehen nachCur kam, (zu diesem Ende ließ ihn Gallas durch einige MusquetiereDienstags den 27. Juni dahin begleiten) wurde er beim Stadtthoresofort zu der benachbarten Wohnung des Hauptmanns Cilta geführt,wo man die Felleisen und Sattel seiner Pferde genau untersuchte.Er selbst hatte jedoch Las königliche Schreiben im Futter seines Hutesverborgen und dasselbe wurde auch nicht ausfindig gemacht. Um esunmöglich zu machen mit irgend Jemand zu verkehren, legte man ihmeine Wache von sechsundzwanzig Mann vor sein Schlafzimmer, beauf-sichtigte auch während zweier Tage sämmtliche Dienstleute des Ge-sandten, sowie den Schazmeister v. Hamel.
Man machte dem Gesandten unter Ander», den Borwurf, er hättegesagt, daß der Kaiser mit einigen Kurfürsten schlecht stünde und daßdie Freundschaft zwischen dem Erzherzog Leopold und dem Kurfürstenvon Bayern ebenfalls nicht sehr gewiß sei. Auch gab man sich Mühe,ihn in ein verfängliches Gespräch zu verwickeln. Doch erwiederte erihnen stets, er brauche in seiner Eigenschaft als Gesandter aus ihreFragen gar nicht zu antworten. Vielen gegenüber äußerte sich Merode,er habe von mehreren Seiten erfahren, daß jener einen sehr unruhigenKopf habe und leicht Verwirrung zu erregen lm Falle sei. Damit ernun Niemand zu schreiben und mit Niemand zu sprechen vermöge,habe er diese Vorkehrung getroffen und werde von ihr nicht lassen, bisdes Kaisers Angelegenheiten in den Bünden geordnet wären.
Am 24. Juli endlich wurde der Gesandte seiner Haft entlasse»und reiste mit dem Oberst Brügger, der an früherem Weggehen eben-falls verhindert worden war, aus den Bünden nach Solothurn ab.
Als Eingangs des Heumonats die Tagsazung zu Baden abgehal-ten wurde, kam der königliche Dollmetsch Jacques de Estavayer^ vonMolondin, aus Frankreich zurück, wohin er sofort nach der Besezungder Bünde um Rath und Hülfe sich zu erbitte» gegangen war; begabsich ebenfalls nach Baden und drückte des Königs beste Wünsche aus,
Zu deutsch: Släfsis.