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Tagsazung zu Bade»,
1629 indem er gleichzeitig ei» vom 13. Juni datirteö Schreiben desselbenüberbrachte. Dabei bemerkte er, daß Pierre de Castille^, welcherfrüher königlicher Gesandter i» der Eidgenossenschaft gewesen war undmit dein sie über dringende Geschäfte sich berathe» könnten, in Bäldemit Geldern anlangen würde. Aber dieser, bereits auf der Reise be-griffen, starb zu Avignon und an seine Stelle trat Charles de Brulart,Sieur de Leon.
Es hatte nämlich, bewogen durch diese Besezung der Bünde, derKönig von Frankreich mit dem Herzog von Nohan und seinen pro-testantischen Unterthanen zu Alais am 27. Juni sich geeiniget. DerKönig befand sich gerade im Lager zu Lcdignan, als am 28. Juni derCardinal von Richelieu de» Tags vorher geschlossenen Frieden bekanntmachte.
An den Kaiser ordnete der König Melchior de Sabra» als Ge-sandten ab, um zu Gunsten des Herzogs Carl Gvnzaga die Investiturder Herzogthümer Mantua und Montferrat auszuwirken, doch gelangihm keines von Beiden.
Am 23. Juli hielt der spanische Gesandte Carl Casati, des ver-storbenen Alfons Casati Sohn, zu Luzern vor den katholischen Orte»eine weitläufige Rede, deren Inhalt dahin ging, man möchte wegendes i» den Bünden und der Gegend des Comerseees liegende» kaiser-lichen Heeres keine» Verdacht schöpfen. Sobald nämlich der Herzogv. Nivernais ^ zu dem Ihrer kaiserlichen Majestät schuldigen Gehor-sam zurückkehre und der König von Frankreich von der Anmaßung, indiesem Streite, der ihn doch gar nicht betreffe, den Schiedsrichter zuspiele», zurückkomme, würde man auch die bündnerischen Pässe wiederfreigeben. Die spanischen Truppen seien nur Lagerbequemlichkeitenhalber an das Ufer des Comerseees gelegt worden. Zudem verüblees der Statthalter von Mailand den Eidgenossen keineswegs, daß sieihre, Italien benachbarten, Vogteien ebenfalls mit Truppen beseztenund hätte nur gewünscht, daß in einem katholischen Lande diese Sol-
32 v« Oustilis im Original.
33 Ludwig Gvnzaga aus dem Hanse der Herzöge von Mantua haltesich mit Heuriekte v. Kiene (Enkelin des erste» Herzogs v. Nivernais,der, ursprünglich ein Graf aus den, Hause Kleve, durch Erbschaft inden Besiz der Provinz Nivernais gekommen und durch König Franz I.zum Herzog ernannt worden war! vermählt und war dadurch Herzogvon Nivernais geworden.